Letztes Update am Do, 14.03.2019 14:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Serie von rechten Mails mit Drohungen beschäftigt deutsche Ermittler



München (APA/AFP) - Bei einer Serie von E-Mails mit rechten Gewaltandrohungen unter anderem an Politiker und dem Zentralrat der Juden in Deutschland vermuten die Ermittler Medienberichten zufolge trotz unterschiedlicher Absender einen Zusammenhang.

Wie der Norddeutsche Rundfunk und die „Süddeutsche Zeitung“ am Donnerstag berichteten, spricht die ähnliche Wortwahl der anonym verschickten Mails mit Unterschriften wie „Nationalsozialistische Offensive“, „NSU 2.0“ oder „Wehrmacht“ für einen Zusammenhang. Adressaten seien Politiker, Anwälte, Journalisten oder der Zentralrat der Juden.

Den Berichten zufolge laufen die Ermittlungen seit dem 21. Jänner gebündelt, damals habe es 78 der Serie zugeordnete Drohschreiben gegeben. Mittlerweile liege die Zahl bei mehr als hundert.

Bisher seien die Drohungen alle virtuell geblieben. Allerdings führten sie zuletzt wegen Bombendrohungen am Montag zur Räumung des Hauptbahnhofs in Lübeck und am Dienstag zur Räumung des Finanzamts in Gelsenkirchen.

Die Ermittlungen gegen Unbekannt laufen demnach wegen der Vorwürfe der räuberischen Erpressung, der Volksverhetzung und der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten. Es werde eine teils sehr drastische Sprache gewählt.

An die Linken-Bundestagsabgeordnete Martina Renner sei am Dienstag ein Mail gegangen, in der gedroht worden sei, Briefbomben zu schicken. Auch sei davon die Rede gewesen, Bürger „auf offener Straße exekutieren“ zu wollen.




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