Letztes Update am Do, 14.03.2019 16:17

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Swatch 2 - Die Hälfte des Umsatzes aus China



Biel (APA/awp/sda) - Für den Schweizer Uhrenkonzern Swatch ist das Geschäft in China besonders wichtig. „China ist für uns eine große Chance“, sagte Konzernchef Nick Hayek bei der Bilanzpressekonferenz am neu gebauten Hauptsitz in Biel. Insbesondere die Verkäufe der teureren Uhren von Marken wie Longines oder Omega erfreuen sich ihm zufolge einer nach wie vor „sehr guten“ Nachfrage.

Zulegen könne man aber auch in anderen Märkten, wie etwa den USA, Großbritannien oder in der Schweiz.

Mit chinesischen Kunden erzielt Swatch geschätzt rund die Hälfte des Gruppenumsatzes, der im letzten Jahr trotz Schwäche im Weihnachtsgeschäft um gut 6 Prozent auf 8,48 Mrd. Franken (7,46 Mrd. Euro) gestiegen war. Konsumfreudige Chinesen kaufen Schmuck und Uhren nicht nur im eigenen Land, sondern vor allem auch auf ihren Reisen.

Das Geschäft mit Touristen geriet zuletzt jedoch in Frankreich ins Stocken. Der Grund sind die Gelbwesten-Proteste, die sich gegen die Politik von Präsident Emmanuel Macron richten und vor allem in Paris zu Straßenblockaden und Ausschreitungen mit der Polizei führten.

Auf Verlangen der französischen Sicherheitskräfte habe man seit Mitte November die Geschäfte etwa an der berühmten Avenue des Champs-Elysees während mehrerer Samstage schließen und gar verbarrikadieren müssen, sagte Hayek. „Die Proteste dauern weiter, und unsere Umsätze in Frankreich gehen noch immer zurück.“

Zu schaffen machen Swatch neben den Unruhen in Frankreich und der nachlassenden Nachfrage nach günstigeren Uhren auch Kapazitätsengpässe in der Produktion bestimmter Komponenten. Dies führte im letzten Jahr besonders bei Longines und Omega zu Lieferrückständen und der Gruppe ging dadurch ein Umsatzvolumen von rund 300 Mio. Franken verloren.

Als vollständig vertikal organisiertes Unternehmen, das alle Uhrenkomponenten in verschiedenen Gesellschaften selbst herstellt, gehe Swatch das Risiko von Lieferengpässen ein, erklärte Hayek. Man habe aber die nötigen Maßnahmen ergriffen, und die Situation in der Produktion werde sich im Verlauf des ersten Halbjahres deutlich verbessern, versprach er.Die Produktionsprobleme drückten auch aufs Ergebnis. Dennoch kletterte der Gewinn im letzten Jahr um gut 15 Prozent.

Um in Zukunft bei der jungen Käuferschaft zu punkten, hat Swatch im Jänner in der Schweiz die „Swatch Pay“ lanciert. Das ist eine Uhr mit Bezahlfunktion, wobei die eigene Kreditkarte hinterlegt wird und mit einem NFC-Chip (Near Field Communication) am Kreditkartenterminal rasch bezahlt werden kann.

Der Verkauf der „Swatch Pay“-Uhr, die in China bereits seit gut eineinhalb Jahren erhältlich ist, sei hierzulande sehr gut angelaufen, erklärte Hayek ohne konkrete Zahlen zu nennen. Dabei habe man bei den Banken, welche die Zahlvorgänge verantworten, einiges an Überzeugungsarbeit leisten müssen. Bis auf Postfinance habe man sich mit den meisten Banken einigen können. Schwieriger gestalte sich die geplante Einführung in anderen europäischen Märkten wie Deutschland, Italien oder Großbritannien, fuhr Hayek fort. Dort gebe es vonseiten der Banken größeren Widerstand.

~ WEB http://www.swatch.com ~ APA490 2019-03-14/16:12




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