Letztes Update am Do, 14.03.2019 16:23

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Stichwort: Dividenden-Steuertrick „Cum-Ex“-Geschäft



Wien (APA) - Der Skandal rund um Dividenden-Steuertricks, sogenannte „Cum-Ex-Geschäfte“, zieht seit Monaten europaweite Kreise. Der entstandene Schaden scheint immens zu sein: Laut Medienberichten könnte er sich auf bis zu 55 Mrd. Euro belaufen.

Auch in Österreich ist offenbar eine hohe Schadenssumme angefallen. Von 2006 bis 2013 dürften rund 180 Mio. Euro an Schaden verursacht worden sein. Die Zahl basiert laut der SPÖ und der Liste Jetzt auf den jüngsten Kalkulationen des Finanzministeriums.

Bei Cum-Ex-Geschäften schieben Investoren zum Zeitpunkt rund um den Dividendenstichtag Aktien mit („cum“) und ohne („ex“) Ausschüttungsanspruch zwischen mehreren Beteiligten hin und her. Am Tag nach der Ausschüttung der Dividende fällt für den Besitzer der Aktien eine Kapitalertragssteuer (KESt) an. Diese kann jedoch nachher vom Steuerzahler wieder zurückgefordert werden.

Das mehrmalige Verschieben der Aktien erschwert es jedoch den Behörden, den eigentlichen Aktienbesitzer zum Zeitpunkt der Dividendenausschüttung genau zu bestimmen. Dadurch wird es den an dem Steuertrick Beteiligten ermöglicht, die nur einmal gezahlte Steuer mehrmals vom Staat zurückzufordern. So werden der Staat und in Folge auch die Bürger um Steuergelder betrogen, die sonst für Infrastruktur oder Bildungs- und Sozialmaßnahmen aufgewendet hätten werden können.




Kommentieren