Letztes Update am Do, 14.03.2019 16:35

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Früherer IWF-Manager in der Schweiz wegen Betrugs verurteilt



Bellinzona (APA/sda) - Das Schweizer Bundesstrafgericht hat Jacques de Groote, einen ehemaligen Direktor des Internationalen Währungsfonds IMF, im Zusammenhang mit einem Betrugsfall in Tschechien verurteilt. Von den Vorwürfen der Geldwäscherei und weiterer Vorwürfe hat ihn das Gericht freigesprochen.

Wie aus dem am Donnerstag publizierten Urteil des Bundesstrafgerichts hervorgeht, hat es den 92-jährigen de Groote zu einer bedingten Geldstrafe von 230 Tagessätzen zu 170 Franken (149,48 Euro) verurteilt. Zudem muss er dem Bund eine Ersatzleistung von 20.000 Franken zahlen.

Von den Verfahrenskosten in der Höhe von rund 520.000 Franken muss der ehemalige Währungsfonds-Direktor 20.000 Franken tragen. Allerdings erhält er für die Aufwendungen für seine Verteidigung eine Entschädigung von 81.000 Franken.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Bundesgericht gehen.

Der Belgier wurde im Juli 2018 ursprünglich zu einer bedingten Geldstrafe von 270 Tagessätzen zu 190 Franken verurteilt. Das Bundesgericht hob den Entscheid Ende Dezember jedoch auf, weil de Groote nicht nochmals befragt worden war.

Die Affäre um die Privatisierung des tschechischen Kohlekonzerns Mostecka Uhelna Spolecnost (MUS) beschäftigt die Schweizer Justiz seit Jahren. In den 1990er-Jahren wurden mit abgezweigten Mitteln aus dem Konzern über einen Mittelsmann, bei dem es sich um Groote handeln soll, wiederum MUS-Aktien gekauft. An der Aushöhlung des Konzerns waren die Kader mitbeteiligt.

In der Schweiz wurden in dieser Affäre bisher fünf Personen wegen Betrugs, Geldwäscherei und Urkundenfälschung zu Geld- oder Freiheitsstrafen verurteilt. Auf Schweizer Konten liegen 243 Mio. Franken, die beschlagnahmt und dem tschechischen Staat zurückgezahlt werden sollen.

~ WEB http://www.imf.org ~ APA500 2019-03-14/16:33




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