Letztes Update am Do, 14.03.2019 19:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zürcher Börse schließt im Plus



Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat die Sitzung vom Donnerstag mit deutlichen Gewinnen beendet. Nach einem festeren Start fielen die Kurse zwar etwas zurück und pendelten längere Zeit seitwärts, gegen Handelsschluss gab es dann aber nochmals Bewegung nach oben. Getragen wurde der Anstieg zu einem guten Teil von Gewinnen der Marktschwergewichte Nestlé, Roche und Novartis. Vor allem verfallsbedingte Transaktionen hätten für Unterstützung gesorgt, hieß es im Handel.

Marktteilnehmer warnten aber auch vor zu großem Optimismus. „Der große Eurex-Verfall hat die Märkte gestützt“, sagte ein Händler. Es sei aber in den vergangenen Jahren immer wieder vorgekommen, dass sich die Stimmung nach dem März-Verfall abgeschwächt habe. Am Freitag findet der von Händlern als Hexensabbat bezeichnete dreifache Options- und Futures-Verfall statt, bei dem es oft zu heftigen Kursausschlägen kommt. Auch die Brexit-Thematik und der Handelsstreit zwischen den USA und China seien nicht einfach verschwunden. Je nach Nachrichtenlage könnte es schnell zu Gewinnmitnahmen im größeren Stil kommen, sagte ein Marktteilnehmer.

Der Swiss Market Index (SMI) gewann zum Handelsschluss 1,01 Prozent auf 9.481,90 Punkte, zuvor hatte er ein neues Jahreshoch bei 9.498,48 Punkten markiert. Der 30 Aktien umfassende Swiss Leader Index (SLI) rückte um 0,99 Prozent auf 1.461,37 Zähler vor, und der breite Swiss Performance Index (SPI) kletterte um 0,97 Prozent auf 11.223,63 Zähler. Von den 30 Blue Chips schlossen bis auf Schindler alle im Plus.

Größter Gewinner unter den Blue Chips waren Vifor mit einem Plus von 7,8 Prozent. Der Pharmakonzern hat Zahlen über den Erwartungen vorgelegt und will auch in den kommenden Jahren kräftig wachsen. Beobachter machten aber vor allem ein wiedererwachtes Interesse der Anleger an Pharmawerten sowie vereinzelte Deckungskäufe für den Kurssprung verantwortlich.

Weit oben waren auch die Papiere des Reisedetailhändlers Dufry mit plus 3,2 Prozent zu finden. Hier gefielen neben den Ergebnissen des vergangenen Jahres die Aussichten auf eine höhere Dividende, wie ein Händler meinte. Stark gefragt waren überdies Anteile zyklischer Firmen wie des Logistikkonzerns Kühne+Nagel (+3,1 Prozent) oder des Bauzulieferers Geberit (+2,9 Prozent). Auch die defensiven Papiere des Hörgeräteherstellers Sonova (+2,7 Prozent) schafften es weit nach oben.

Wichtige Stützen des Marktes waren aber vor allem die Marktschwergewichte Roche, Nestlé und Novartis - alle mit satten Gewinnen von 1,2 bis 1,3 Prozent. Bei Nestlé berichteten Händler von seit Tagen auffälligen Käufen im Vorfeld des großen Derivatverfalls. Die Aktien des weltgrößten Nahrungsmittelherstellers erreichen seit einiger Zeit immer wieder neue Allzeithochs.

Einziger Verlierer waren Schindler (-0,9 Prozent), die damit den Abwärtstrend fortsetzten. Nach Goldman Sachs und Barclays hat am Donnerstag nun auch die französische Société Générale den Titel des Liftbauers wegen Sorgen um die Margenentwicklung und aufgrund der starken Kursperformance in letzter Zeit auf ‚Hold‘ von ‚Buy‘ herabgestuft. Nur knapp in den schwarzen Bereich schafften es außerdem die beiden Techwerte S und Temenos.

Auch ABB und Swatch (je +0,2 Prozent) waren nicht groß gesucht. Letztere hatten anfänglich von Worten des Konzernchefs Nick Hayek, der sich an der Bilanzpressekonferenz positiv über das Geschäft geäußert hatte, profitiert. Später fielen die Papiere dann aber wieder zurück.

~ ISIN CH0009980894 ~ APA585 2019-03-14/19:01




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