Letztes Update am Do, 14.03.2019 21:35

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Zelle in Wiener PAZ angezündet: Prozess gegen sechs Schubhäftlinge



Wien (APA) - Nach dem Brand in einer Zelle im Wiener Polizeianhaltezentrum (PAZ) am Hernalser Gürtel vom 14. September 2018 beginnt am Freitag am Landesgericht der Prozess gegen sechs Schubhäftlinge. Die Anklage legt den Männern - fünf Afghanen und ein Iraner im Alter zwischen 18 und 33 Jahren - Brandstiftung, aber nicht versuchten Mord zur Last. Die Verhandlung soll am 22. März zu Ende gehen.

Die Flammen waren gegen 22.30 Uhr an drei verschiedenen Stellen in einer im ersten Stock des PAZ gelegenen Zelle ausgebrochen. Die Insassen dürften Matratzen und Bettzeug entzündet haben, nachdem sie auf Deutsch einen Abschiedsbrief mit ihren Abschiebe-Terminen aufgesetzt hatten. Die Männer befanden sich zum Tatzeitpunkt seit mehreren Wochen, der 18-Jährige seit fast zwei Monaten in Schubhaft. Aktivisten, die sich mit den Angeklagten solidarisch erklärten, machten vor der Verhandlung in einer Presseaussendung auf die schlechten Haftbedingungen im PAZ am Hernalser Gürtel aufmerksam: 31 Gefangene hätten in den ersten neun Monaten des Jahres 2018 Selbstmordversuche unternommen.




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