Letztes Update am Fr, 15.03.2019 02:12

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klima-Demo - Weltweiter Protesttag in Neuseeland begonnen



Wellington/Wien/Österreich-weit (APA/AFP) - Mit einer Demonstration in der neuseeländischen Hauptstadt Wellington hat am Freitag ein weltweiter Protesttag von Jugendlichen für mehr Klimaschutz begonnen. Mit Plakaten mit Aufschriften wie „Die Zeit schmilzt weg“ oder „Handelt jetzt oder schwimmt“ zogen hunderte Schüler und Studenten durch Wellington.

„Hier übernehmen junge Menschen die Führung und merken, dass sie die Macht des Volkes haben, das ist echt überwältigend“, sagte die 20-jährige Demonstrantin Abigail O‘Regan der Nachrichtenagentur AFP. Von Boston über Bogota, Dhaka und Durban, Lagos und London - in insgesamt fast 1.700 Städten sollen am Freitag weitere Demonstrationen für mehr Klimaschutz folgen.

Auch in sieben Landeshauptstädten Österreichs streiken und demonstrieren am Freitag Schüler und Studenten im Rahmen der weltweiten Aktion „FridaysForFuture“ für mehr Klimaschutz. Die größte Veranstaltung wird zu Mittag am Wiener Heldenplatz stattfinden.

Die Schüler-Proteste gehen auf die Schwedin Greta Thunberg zurück. Sie hatte vergangenes Jahr begonnen, jeden Freitag vor dem schwedischen Parlament für Klimaschutzmaßnahmen zu demonstrieren, statt in die Schule zu gehen. Dafür wurde sie mittlerweile für den Friedensnobelpreis nominiert.

„Wir erleben nur den Anfang“, schrieb Thunberg im Kurzmitteilungsdienst Twitter zu der jüngsten Protestwelle. „Ich denke, dass der Wandel am Horizont zu sehen ist und die Menschen für ihre Zukunft aufstehen.“

Dass die Jugendlichen während der Schulzeit streiken, hat in manchen Ländern für Kritik gesorgt. Gegner kritisieren die Proteste als Schulschwänzerei. In Neuseeland warnte der Vorsitzende eines Verbands für Schulleiter weiterführender Schulen, Michael Williams: „Wir sind besorgt, dass die Schüler gute Lernzeit verschwenden.“ Ihre Proteste hätten wahrscheinlich „null“ Auswirkung auf die fortschreitende Erderwärmung.

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern unterstützte hingegen die Schüler-Proteste. „Unterschätzt nicht die Macht Eurer Stimme“, sagte sie diese Woche vor Schülern im Parlament.

Trotz anhaltender Warnungen von Wissenschaftern vor den Folgen der Erderwärmung hat der weltweite Ausstoß von klimaschädlichem Kohlendioxid in den vergangenen zwei Jahren neue Rekordwerte erreicht. Laut einem Bericht des Weltklimarats IPCC vom Oktober kann nur ein grundlegendes weltweites Umsteuern eine globale Klimakatastrophe verhindern.

Im Pariser Klimaabkommen von 2015 hat sich die internationale Gemeinschaft zur Begrenzung der Erderwärmung auf ein beherrschbares Maß von deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter verpflichtet. Die jeweiligen nationalen Klimaschutzzusagen reichen dazu bisher aber bei Weitem nicht aus.




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