Letztes Update am Fr, 15.03.2019 05:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Polizei bestätigte Tote bei Moschee-Angriffen in Christchurch



Christchurch (APA/AFP/dpa) - Bei einem bewaffneten Angriff auf Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch hat es mehrere Tote gegeben. Die Polizei bestätigte am Freitag entsprechende Medienberichte und gab an, dass es „an zwei Orten“ Schusswaffenangriffe gegeben habe. Es handelte sich um die Masjid-al-Noor-Moschee im Stadtzentrum und um eine Moschee im Vorort Linwood.

Wegen der Gefahrenlage rief die Polizei für ganz Neuseeland dazu auf, keine Moschee zu betreten. Ein Verdächtiger wurde festgenommen, wie Polizeichef Mike Bush mitteilte. Möglicherweise gebe es aber weitere Angreifer.

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern sprach von einem „außergewöhnlichen und beispiellosen Gewaltakt“. Ihr Land durchlebe gerade einen seiner „dunkelsten Tage“.

Örtliche Medien berichteten von bis zu neun Todesopfern. Ein Augenzeuge sagte dem Sender Radio New Zealand, er habe Schüsse gehört und vier Menschen auf dem Boden liegen gesehen, mit „Blut überall“.

Die Polizei rief die Bevölkerung auf, nicht hinaus zu gehen. Das Zentrum von Christchurch wurde von der Polizei abgeriegelt. Die Schüler in der Stadt durften ihre Klassenräume nicht verlassen. Auch Ämter und die Zentralbibliothek wurden abgeriegelt. Christchurch hat 350.000 Einwohner und liegt auf der Südinsel des Pazifikstaats.

„Eine ernste und sich entwickelnde Lage mit einem aktiven Schützen ist in Christchurch aufgetreten“, hieß es in einer Polizei-Mitteilung. Die Polizei sei „mit ihren gesamten Ressourcen“ im Einsatz. Im Kurzbotschaftendienst Twitter warnte die neuseeländische Polizei, „extrem erschreckende Bilder“ aus einer der angegriffenen Moscheen kursierten im Internet. Sie rief dazu auf, das Material nicht weiter zu verbreiten.

Die ersten Schüsse fielen nach Augenzeugenberichten gegen 13.45 Uhr Ortszeit (01.45 Uhr MEZ). In der Moschee waren demnach mehr als 300 Gläubige. Zeugen zufolge handelt es sich bei dem Täter um einen weißen Mann, der Helm und kugelsichere Weste trug. Mit seiner automatischen Waffe soll er immer wieder in die Menschenmenge geschossen haben.

Die Lage war auch nach Stunden unklar. Polizeisprecher Bush sprach in einer Video-Nachricht, die über die sozialen Netzwerke verbreitet wurde, von einer „sehr ernsten und tragischen Serie an Ereignissen“. Zugleich appellierte er an alle Muslime in Neuseeland, zuhause zu bleiben. „Unter keinen Umständen sollte irgendjemand im Land jetzt zu einer Moschee gehen.“

Zur Festnahme sagte er: „Wir haben eine Person in Gewahrsam. Aber wir sind nicht sicher, ob es da noch andere Leute gibt.“ Bürgermeisterin Lianne Dalziel appellierte an die Einwohner, die Innenstadt zu meiden. Sie sagte: „Alle sind geschockt. Ich hätte nie gedacht, dass so etwas hier passieren kann.“




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