Letztes Update am Fr, 15.03.2019 06:46

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Militante Palästinenser setzten Raketenangriffe auf Israel fort



Tel Aviv/Gaza (APA/dpa) - Militante Palästinenser im Gazastreifen haben am Freitag Raketenangriffe auf Israel fortgesetzt. Das israelische Militär teilte in der Früh mit, zwei Geschoße seien auf die Grenzregion am Rande des Palästinensergebiets abgefeuert worden. In der Grenzstadt Sderot heulten die Alarmsirenen.

Insgesamt seien seit Donnerstagabend neun Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert worden, sagte ein Armeesprecher in Tel Aviv. Eine davon sei im Gazastreifen selbst eingeschlagen.

In der Nacht auf Freitag griff Israels Luftwaffe Dutzende Ziele im Gazastreifen an. In dem gesamten Küstenstreifen wurden nach Armeeangaben rund 100 Ziele beschossen.

Am Abend hatten militante Palästinenser erstmals seit dem Gaza-Krieg 2014 zwei Raketen auf Tel Aviv abgefeuert. Es gab jedoch weder Sachschaden noch Verletzte. Das israelische Militär machte die im Gazastreifen herrschende Hamas für die Angriffe verantwortlich. Die Hamas sowie die militante Palästinenserorganisation Islamischer Jihad wiesen jedoch die Verantwortung für die Angriffe zurück.

Die neue Eskalation geschah weniger als einen Monat vor der Parlamentswahl in Israel. Politische Rivalen werfen Regierungschef Benjamin Netanyahu vor, er gehe nicht entschlossen genug gegen die Hamas vor.

Schon im November war der Konflikt zwischen Israel und militanten Palästinenserorganisationen in dem blockierten Küstenstreifen gefährlich eskaliert. Fast 500 Raketen und Mörsergranaten wurden auf Israel abgefeuert. Dabei wurde ein Mann in Israel getötet, bei israelischen Gegenangriffen kamen sieben Palästinenser ums Leben. Gegen eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe gab es seitdem mehrere Verstöße.

Die Hamas wird von Israel, den USA und der EU als Terrororganisation eingestuft. Israel hat vor mehr als zehn Jahren eine Blockade über das Küstengebiet verhängt, die von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen dies mit Sicherheitsinteressen. Im Gazastreifen leben rund zwei Millionen Menschen unter schwierigen Bedingungen. Es mangelt unter anderem an Trinkwasser und Strom.




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