Letztes Update am Fr, 15.03.2019 07:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tote bei Angriffen auf zwei Moscheen in Neuseeland - Keine Entwarnung



Christchurch (APA/Reuters/dpa) - Bei Angriffen auf zwei Moscheen in der neuseeländischen Stadt Christchurch sind mehrere Menschen erschossen worden. Die Polizei meldete später am Freitag vier Verhaftungen, gab aber noch keine Entwarnung. Ministerpräsidentin Jacinda Ardern sprach von einem der dunkelsten Tage für Neuseeland und einem beispiellosen Gewaltakt.

Zur Zahl der Todesopfer gab es zunächst keine offiziellen Angaben, in Medienberichten war von neun bis 27 Toten die Rede. Die Polizei rief alle Moscheen landesweit auf, aus Sicherheitsgründen zu schließen.

Polizeichef Mike Bush sagte, drei Männer und eine Frau seien verhaftet worden. Man könne noch nicht davon ausgehen, dass die Angriffe auf die Stadt Christchurch beschränkt seien. Auch sei es verfrüht, davon auszugehen, dass die Gefahr vorbei sei: „Zu diesem Zeitpunkt sollten wir keine Annahmen machen.“ Es gebe auch Berichte über Autos, an denen Sprengsätze befestigt gewesen seien und von Einsatzkräften hätten gesichert werden können. Die Innenstadt wurde abgeriegelt.

Ein Augenzeuge sagte, ein Mann in Tarnkleidung mit einer automatischen Waffe habe eines der Gotteshäuser betreten und das Feuer auf Muslime eröffnet, die zu den Freitagsgebeten zusammengekommen waren. Auf sozialen Medien kursierten Videos, die angeblich von einem Täter aufgenommen wurden und zeigen, wie jemand zu der Moschee fährt, das Gebäude betritt und auf Menschen schießt. Die Echtheit der Aufnahmen konnte bisher nicht bestätigt werden.

In Neuseeland ist nur eine kleine Minderheit der Bevölkerung muslimischen Glaubens. Insgesamt gibt es dort etwa 50.000 Muslime, viele davon Einwanderer aus Staaten wie Pakistan oder Bangladesch. Größte Religionsgruppe in Neuseeland ist das Christentum. Die Stadt Christchurch hat 350.000 Einwohner und liegt auf der Südinsel des Pazifikstaats.

Einer der überlebenden Gläubigen berichtete der Zeitung „New Zealand Herald“ von einem „Schockmoment“. „Dann haben alle Leute angefangen davonzulaufen.“ Ein anderer Zeuge sagte: „Es fielen mindestens 50 Schüsse, sehr schnell hintereinander. Können auch Hunderte gewesen sein.“

Nach der Tat sperrte die Polizei das Gelände um die Moschee weiträumig ab. Im Internet kursieren ein angebliches Video der Tat und verschiedene Botschaften, die ebenfalls von dem Täter stammen sollen. Der Mann behauptet, ein 28 Jahre alter Australier zu sein. Zuverlässig überprüfen ließ sich das zunächst nicht.




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