Letztes Update am Fr, 15.03.2019 08:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


UBS verdiente 2018 wegen hoher Strafe weniger als zunächst angenommen



Zürich (APA/dpa-AFX/sda/awp) - Die Schweizer Großbank UBS hat 2018 wegen einer unerwartet hohen Strafe in Frankreich etwas weniger verdient als zunächst angenommen. Der Überschuss habe im vergangenen Jahr 4,5 Mrd. Dollar (rund 4 Mrd. Euro) statt der Ende Jänner mitgeteilten 4,9 Mrd. Dollar betragen, teilte die Bank am Freitag bei der Vorlage des Geschäftsberichts in Zürich mit.

Grund dafür ist eine erhöhte Rückstellung für Rechtsfälle in Höhe von 382 Mio. Dollar. Die größte Schweizer Bank war vor wenigen Wochen von einem Pariser Gericht zu einer Rekordstrafe von 3,5 Mrd. Euro verurteilt worden und muss zudem dem französischen Staat Schadenersatz in der Höhe von 800 Mio. Euro bezahlen. Im Prozess ging es um Geldwäsche und Beihilfe zu Steuerhinterziehung. Die Bank hat dagegen Berufung angekündigt, der Fall dürfte die UBS somit noch mehrere Jahre beschäftigen. Die Rückstellungen insgesamt für Altlasten und Prozessrisiken betragen neu 2,83 Mrd. US-Dollar, für den Frankreich-Fall allein liegen sie bei 516 Mio. US-Dollar.

Trotz des etwas niedrigeren Gewinns verdiente die Bank im vergangenen Jahr aber deutlich mehr als 2017, als der Überschuss bei knapp 1 Mrd. Dollar gelegen war.

Das Geschäft habe sich im ersten Quartal bisher verhalten entwickelt. „Trotz einer Erholung der Aktienmärkte, sind die Kunden bisher im ersten Quartal vorsichtig geblieben“, hieß es im Geschäftsbericht. Daher werde es schwieriger für die Bank, ihre Ziele zu erreichen.

UBS-Konzernchef Sergio Ermotti hat im vergangenen Jahr wie schon im Vorjahr knapp über 14 Mio. Franken verdient. Konkret betrug die Gesamtvergütung 14,1 Mio. Franken, nach 14,2 Mio. Franken für 2017. Der Verdienst setzt sich aus einem konstant gebliebenen Grundgehalt von 2,5 Mio. Franken und weiteren fixen Entschädigungen von 0,3 Millionen zusammen. Dazu kamen variable Vergütungen in Höhe von 11,3 (Vorjahr: 11,4) Mio. Franken, wie dem am Freitag veröffentlichten Vergütungsbericht zu entnehmen ist. Ermotti habe 2018 die Erwartungen übertroffen, würdigte der Verwaltungsrat den Konzernchef im Geschäftsbericht.

Die Gesamtvergütung der Geschäftsleitung belief sich 2018 auf 100,8 Mio. Franken. 2017 waren es 99,9 Mio. Franken gewesen. An Verwaltungsratspräsident Axel Weber wurden wie im Vorjahr 6,0 Mio. Franken gezahlt. Der gesamte Verwaltungsrat verdiente 13,5 Mio. Franken, nach 13,1 Millionen im Vorjahr.

~ ISIN CH0247704312 WEB http://www.ubs.com ~ APA086 2019-03-15/08:38




Kommentieren