Letztes Update am Fr, 15.03.2019 10:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wien-Bonus kommt auch für Lehrlinge, Stadt-Jobs und Firmenaufträge 1



Frauenkirchen (APA) - Nach der Einführung eines Wien-Bonus im Gemeindebau will die Stadt ihre Bewohner nun auch in anderen Bereichen bevorzugen: Konkret sollen bei der Vergabe von Lehrlingsplätzen und Jobs im Rathaus bzw. in stadteigenen Unternehmen Bewerber mit Hauptwohnsitz Wien bevorzugt werden. Auch bei Aufträgen der Stadt sollen prioritär Wiener Firmen zum Zug kommen.

Diese Maßnahmen kündigte Bürgermeister und SPÖ-Landesparteichef Michael Ludwig am Freitag bei einer Pressekonferenz am Rande der roten Klubtagung an. Man verstehe sich als „Wien-Partei“ und wolle sich insofern zuerst auch um die Bedürfnisse der Wienerinnen und Wiener kümmern, meinte das Stadtoberhaupt. Gleichzeitig betonte Ludwig auf Nachfrage, dass bei der Bevorzugung der eigenen Einwohnerschaft freilich sämtliche rechtliche Rahmenbedingungen - etwa EU-Richtlinien - eingehalten werden müssten. Nicht zuletzt deshalb werde man freilich auch weiterhin Menschen aus anderen Bundesländern oder Nicht-Österreicher einstellen.

Konkret geht es um rund 1.000 Lehrstellen pro Jahr - rund je die Hälfte direkt bei der Stadt bzw. bei Tochtergesellschaften. Hier sollen Interessenten mit Hauptwohnsitz Wien im Bewerbungsverfahren zuerst geprüft werden. Darüber hinaus betrifft die Ausweitung des Wien-Bonus - wobei Ludwig diesen Begriff heute selbst nicht in den Mund nahm - jährlich 3.000 Jobs sowie weitere 1.000 bei den Stadtwerken. Hier sollen Hauptstädter bei gleicher Qualifizierung bevorzugt werden.

Bei Firmenaufträgen will Ludwig über die Ausschreibungsmodalitäten hiesigen Unternehmen einen Vorteil verschaffen. Gehen soll das etwa dadurch, dass ökologische Kriterien wie kurze Anfahrtswege bei der Bewertung eine Rolle spielen sollen. „Wenn wir als Stadt Gemüse kaufen, werden wir schauen, dass Wiener Landwirte zum Zug kommen“, nannte der Bürgermeister ein Beispiel.




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