Letztes Update am Fr, 15.03.2019 11:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klima-Demo - Schülerunion gegen Plastik



Wien/Österreich-weit (APA) - Die groß angelegten Schülerproteste gegen den Klimawandel in Österreich und weltweit unter dem Motto „FridaysForFuture“ am Freitag haben breite Unterstützung ausgelöst. Die Schülerunion forderte in einer Aussendung unter anderem die plastikfreie Schule und thematisierte auch, wie man als Schüler trotz Unterrichts legal zu den Protesten gehen konnte.

Unterstützung kam unter anderem von der Ärztekammer, der Caritas und den NEOS. Der Bundesobmann der Schülerunion, Tobias Hofstätter, und Bundesschulsprecher Timo Steyer begrüßten es, dass sich Jugendliche für ihre Zukunft einsetzen. „Der weltweite Klimastreik ist ein weiterer Anlass, die angebliche Politikverdrossenheit der Jugendlichen klar zu verneinen. Schülerinnen und Schüler interessieren sich für ihre Zukunft und machen sich für eine Verbesserung stark! Die heutige Generation hat mehr im Kopf als ihren nächsten Instagram-Post“, betonte Steyer.

„Wenn man am Streik teilnehmen will, so kann man sich beispielsweise aus ‚persönlichen Gründen‘ freistellen lassen“, empfahl der Bundesschulsprecher. „Mit einer solchen Freistellung kann man unentschuldigten Fehlstunden aus dem Weg gehen. Die letztendliche Entscheidung dabei liegt bei der Klassenvorständin oder dem Klassenvorstand.“

Hofstätter will Umweltschutz in die Schulen bringen: „Wir als Schülerorganisation sehen es als unsere Aufgabe, unser Bildungssystem zu verbessern und dazu gehört auch, Umweltschutz zum Thema in den Schulen zu machen. Wie wir auch schon seit Jahren auf Politische Bildung pochen, muss auch das Unterrichtsprinzip ‚Umweltbildung‘ aufgewertet werden und Anwendung finden. Wir fordern außerdem ein Konzept zu einer plastikfreien Schule. Angefangen bei einem Verbot von Plastikflaschen an Schulen, bis hin zu einem Verbannen von Einwegplastik an Buffets oder bei Schulfesten kann man Plastikmüll an Schulen effektiv entgegenwirken. Auch die Mülltrennung an Schulen sollte verpflichtend Anwendung finden.“

„Die Ärztekammer unterstützt das beherzte Engagement von Kindern und Jugendlichen für eine intakte Umwelt sowie einen adäquaten Lebens- und Bewegungsraum“, teilte die Interessensvertretung in einer Aussendung mit. Man dürfe nicht abwarten, bis die düsteren Prognosen der Klimaforscher auch wirklich passierten, denn: „Man kann jetzt noch etwas tun, um diesen apokalyptischen Szenarien wirkungsvoll entgegenzutreten“, betonte der Präsident der Wiener und der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres.

NEOS-Umweltsprecher Michael Bernhard und Bildungs- und Jugendsprecher Douglas Hoyos unterstützten ebenfalls die Klimaproteste der Schüler. Bernhard: „Der Klimawandel ist ein Fakt und jetzt bereits mehr als deutlich spürbar. 2018 war das bisher wärmste Jahr in Österreich seit Beginn der Aufzeichnungen. Das zeigt einmal mehr, dass wir nicht länger die Augen verschließen dürfen und ein beherztes Handeln in der Klimapolitik dringend notwendig ist“, sagten die beiden Sprecher in einer Aussendung.

Ebenfalls Unterstützung kam von der Sozialistischen Jugend: „Es ist klar: Die bisherige Klimapolitik hat auf ganzer Linie versagt“, sagte Julia Herr, Vorsitzende der SJ. „Der sogenannte Klimaplan, den die schwarz-blaue Regierung letztes Jahr präsentiert hat, war in allen Punkten ungenügend. Mit dieser Regierung steuert meine Generation einer Zukunft in der Klimakatastrophe entgegen! Danke an alle jungen Menschen die sich dagegen wehren!“

„Kinder und Jugendliche, die für die Zukunft unseres Planeten auf die Straße gehen, gehören nicht bestraft, sondern gehört“, betonte Alice Uhl, Leiterin der young Caritas der Caritas der Erzdiözese Wien, in einer Aussendung. Anstelle von Sanktionen schlug die Organisation vor, die leeren Klassenzimmer doch für Förderunterricht in Sachen Klimawandel zu nutzen.




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