Letztes Update am Fr, 15.03.2019 11:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Eintracht-Lauf in Europa League nicht zu stoppen



Mailand (APA/dpa) - Die Feierlichkeiten in einer weiteren denkwürdigen Europa-League-Nacht hielten die Fußballer von Eintracht Frankfurt gleich auf dem Rasen des Meazza-Stadions ab. Während sich der Fanblock von Inter Mailand schon gänzlich geleert hatte, besangen rund 15.000 Gäste-Fans nach dem 1:0 und dem damit verbundenen Aufstieg ins Viertelfinale den zur Tradition gewordenen Eintracht-Frankfurt-Walzer.

Nach Siegen über Olympique Marseille, Lazio Rom und Schachtar Donezk war auch die Hürde Inter Mailand, an der im Sechzehntelfinale Rapid klar gescheitert war, nicht zu hoch. „Es ist der Wahnsinn. Wir wollten als einzige deutsche Mannschaft im Wettbewerb bleiben und den deutschen Fußball auch gut vertreten“, sagte Frankfurts Sportdirektor Bruno Hübner. „Es ist nach dem Pokalsieg wieder ein Highlight.“

Einen Tag zuvor hatte sich Bayern München mit dem 1:3 gegen Liverpool als letzter Vertreter der deutschen Bundesliga in der Champions League verabschiedet. Die deutsche Fahne muss nun - und aus Eintracht-Sicht am besten bis zum Endspiel in Baku am 29. Mai - ein Verein hochhalten, der vor knapp drei Jahren beinahe noch in die 2. Liga abgestiegen wäre.

Eines der Gesichter dieses Erfolgs ist das von Adi Hütter, der einen ganz besonderen Abend verlebt hatte. Wegen eines Tritts gegen eine Wasserflasche im Hinspiel musste der Vorarlberger von der Tribüne zusehen, wie sich die Frankfurter nach der torlosen ersten Partie dank eines Treffers von Luka Jovic gegen den Champions-League-Sieger von 2010 durchsetzten.

Hütter verließ die Arena kurz vor Mitternacht mit breitem Grinsen und als stiller Genießer - direkt hinter seinem Assistenten Christian Peintinger, der für einen Abend Chef sein durfte. „Es war ein Highlight in meiner Karriere, aber in erster Linie geht es um den Erfolg der Mannschaft“, sagte der aus der Steiermark stammende Peintinger. Der langjährige Vertraute von Hütter erkannte nach zwei intensiven Duellen ein „verdientes Weiterkommen“ der Eintracht.

Mit Chelsea, Arsenal, Salzburg-Bezwinger Napoli oder Benfica Lissabon droht der nächste prominente Gegner in der Runde der letzten acht. Der Auslosung am Freitag konnte die Eintracht dennoch gelassen entgegenblicken, schließlich hat kaum ein anderes Team derzeit so eine Form wie die im Jahr 2019 noch ungeschlagene Hütter-Elf, in der auch Martin Hinteregger wieder eine starke Leistung ablieferte.

Die Frankfurter fuhren in dieser Europa-League-Saison bei zwei Unentschieden bereits acht Siege ein, was noch nie einem deutschen Club gelang. Allerdings droht auch Ungemach: Nach dem Zünden von Pyrotechnik in Mailand droht der Eintracht im Viertelfinale ein Fan-Ausschluss.

Eine kleine Gruppe von Frankfurter Anhängern hatte kurz vor dem Ende der Partie Pyrotechnik gezündet. Dabei wurde eine Leuchtrakete in den Inter-Fanblock geschossen, eine weitere landete nach dem Spiel auf dem Rasen. Die UEFA hatte die Hessen nach Ausschreitungen im letzten Gruppenspiel bei Lazio Rom mit einem Zuschauerausschluss für das nächste Auswärtsspiel in der Europa League belegt - zunächst aber nur für zwei Jahre auf Bewährung.




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