Letztes Update am Fr, 15.03.2019 12:07

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Formel 1: Hoffen auf Spannung: Wer Hamilton und Vettel fordern könnte



Melbourne (APA/dpa) - Der Chef der Formel 1 sehnt sich nach Abwechslung. Immer nur Lewis Hamilton gegen Sebastian Vettel - das soll nach Wunsch von Geschäftsführer Chase Carey in der neuen Saison anders werden. „Wir sehen hoffentlich ein paar Überraschungen. Das Potenzial ist da“, meinte der US-Amerikaner vor dem Auftaktrennen am Sonntag (6.10 Uhr MEZ/live ORF eins) in Melbourne. Ein Blick auf mögliche Kandidaten:

Max Verstappen (Red Bull): Der Pisten-Rowdy. Der Niederländer steht unter besonderer Beobachtung der Sportkommissäre. Wegen einiger ungestümer Aktionen musste der 21-Jährige in der Winterpause zweimal Sozialstunden im Motorsport ableisten. Künftig will Verstappen seine Emotionen auf der Strecke besser kontrollieren. An seinem Talent hat er keine Zweifel. „Ich bin sicher, dass ich es mit Lewis und Seb aufnehmen kann“, sagte der Red-Bull-Jungstar. Er gilt als erster Herausforderer des Duos. Dafür muss aber auch Red Bulls neuer Motorenpartner Honda seine Hausaufgaben machen.

Valtteri Bottas (Mercedes): Die Zweitbesetzung. Für den Finnen geht es in diesem Jahr um den Arbeitsplatz bei Mercedes, das dürfte Motivation genug sein. Im Vorjahr rutschte Bottas in ein ausgewachsenes Formtief, gewann kein Rennen und wurde bald auf Helferdienste für Weltmeister Hamilton reduziert. Im Winter setzte sich der 29-Jährige ins Rallye-Auto. „Er hat die Freude am Rennfahren wieder entdeckt. Ich erwarte, dass wir den bisher schnellsten Bottas sehen“, versprach Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Charles Leclerc (Ferrari): Der Musterschüler. Vettels neuer Teamkollege steht für die Zukunft von Ferrari, will aber schon in der Gegenwart gewinnen. Der 21-Jährige aus Monaco hat die Fahrer-Akademie der Scuderia durchlaufen. Eingewöhnungsprobleme wird er daher nicht haben, auch wenn er im Vorjahr im Sauber seine ersten Grand Prix fuhr. Bei Ferrari soll er Vettel mehr Druck machen als zuletzt Kimi Räikkönen. Wenn es eng wird, soll Vettel aber vorerst eine bevorzugte Behandlung erhalten. Leclercs Strategie: „Ich will mich in eine Situation bringen, in der sich die Frage nach Stallorder gar nicht erst stellt.“

Daniel Ricciardo (Renault): Der Abenteurer. Wagemut kann dem Australier niemand absprechen. Der 29-Jährige verließ überraschend Red Bull, das zuletzt als einziges Team neben Mercedes und Ferrari siegfähig war. Bei Renault wird Ricciardo vorerst wohl eher als Aufbauhelfer gebraucht. Der Rückstand des französischen Werksteams auf die Spitze scheint weiter beträchtlich. Sein sonniges Gemüt dürfte Ricciardo helfen, die Rückschläge im Mittelfeld zu verkraften. „Wir kennen unser Ziel und lassen uns nicht verrückt machen“, betonte Ricciardo. Erste Messgröße ist Teamkollege Nico Hülkenberg.

Kimi Räikkönen (Alfa Romeo): Der Senior. Ferrari wollte die Dienste seines bisher letzten Weltmeisters nicht mehr, doch Räikkönen hat noch Lust auf die Formel 1. Also hängte der Finne noch zwei Jahre bei Alfa Romeo dran. Weil sich hinter dem Namen das frühere Sauber-Team verbirgt, ist es für den 39-Jährigen eine Heimkehr. Für die Schweizer gab Räikkönen 2001 sein Grand-Prix-Debüt. Nun ist er der älteste Pilot im Feld und mit seinem trockenen Humor ein Fanliebling. Was ist diesmal möglich? „Ich habe mir keine bestimmten Ziele gesetzt“, sagte Räikkönen gewohnt wortkarg.

Robert Kubica (Williams): Der Rückkehrer. Acht Jahre ist es her, seit der Pole zuletzt in einem Grand Prix fuhr. Ein Comeback schien nach seinem schweren Unfalls bei einem Rallye-Gaststart im Februar 2011 lange kaum denkbar. Der 34-Jährige kann seinen rechten Arm nur noch eingeschränkt nutzen, macht im Auto das meiste mit links. Doch bei Tests bewies er, dass er mithalten kann. „Ich hatte ehrlich gesagt wenig Zeit, über meine Gefühle nachzudenken“, sagte Kubica. Sein einziger Grand-Prix-Sieg gelang ihm 2008 in Montreal. Im unterlegenen Williams muss Kubica auf ein Wunder hoffen, um das zu wiederholen.




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