Letztes Update am Fr, 15.03.2019 12:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Serbische Bank AIK sichert sich 90 Prozent an slowenischer Privatbank



Kranj (Krainburg) (APA) - Die serbische Bank AIK, die der MK Group von Miodrag Kostic gehört, einem der reichsten serbischen Geschäftsleute, hat sich 90,1 Prozent an der slowenischen Privatbank Gorenjska Banka gesichert. Mit einem am Mittwoch ausgelaufenen Übernahmeangebot stockte sie ihren bisherigen Anteil um weitere 12,4 Prozent auf, hieß es am Freitag in einer Aussendung.

Bereits vor dem Übernahmeangebot hielt die AIK Banka rund 77,7 Prozent an der Gorenjska Banka. Sie hat ihre 33,8-prozentige Beteiligung heuer und im vergangenen Jahr durch Zukäufe von größeren Aktionären von 33,8 Prozent aufgestockt. Den größten Anteil (37,6 Prozent) kaufte sie von der angeschlagenen Finanzholding Sava um 43 Mio. Euro, was einem Preis von 298 Euro je Aktie entspricht.

Den gleichen Preis bezahlte sie auch bei dem nun ausgelaufenen Übernahmeangebot und damit für 12,4 Prozent rund 14,4 Mio. Euro. Demnach wäre die gesamte Bank 115,6 Mio. Euro wert. Die Gorenjska Banka ist mit einer Bilanzsumme von 1,8 Mrd. Euro die siebentgrößte Bank in Slowenien.

Die AIK Banka bemühte sich seit längerer Zeit um die Übernahme der slowenischen Privatbank. Im Jahr 2016 kaufte sie sich ein, indem sie bei einer Kapitalaufstockung knapp 14 Prozent erworben hat. Ende 2017, als bereits ein Fünftel der Gorenjska Banka in ihrem Besitz war, gab sie die Übernahmeabsicht bekannt, konnte jedoch die Übernahme wegen Problemen mit Genehmigungen nicht durchziehen. Als sie schließlich die Genehmigungen bekam, musste sie eine einjährige gesetzliche Frist abwarten, bis sie einen neuen Anlauf machen konnte.

Der serbische Geschäftsmann ist in Slowenien auch stark in der Tourismusbranche an der slowenischen Küste präsent. Seine MK Grupa besitzt das Luxushotel Kempinski in der Küstenstadt Portoroz und er ist Mehrheitseigentümer des Flughafens in Portoroz. Außerdem hält er 10 Prozent an der Hotelkette Hoteli Bernardin, die der slowenische Staat in einer Tourismus-Holding bündeln möchte.

Medienberichten zufolge ist Kostic auch ein ernsthafter Kandidat für den Kauf der slowenischen Heta-Tochter. Diese steht mit ihren beiden Töchtern seit Ende des Vorjahres zum Verkauf. Laut der Wirtschaftszeitung „Finance“ soll Kostic, der für Heta rund 300 Mio. Euro bieten soll, zusammen mit drei weiteren Bietern in die zweite Runde gekommen sein. Erwartet wird, dass das Verkaufsverfahren im Sommer beendet wird.




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