Letztes Update am Fr, 15.03.2019 13:01

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Klima-Demo - Unterschiedlicher Umgang an Schulen



Wien/Österreich-weit (APA) - Ganz unterschiedlich ist am Freitag an den Schulen in Sachen Teilnahme der Kinder und Jugendlichen an der Klima-Demo unter dem Motto „FridaysForFuture“ umgegangen worden. In Wien waren ganze Volksschulklassen samt Lehrern und begleitenden Eltern mit von der Partie, Oberstufenschüler dagegen meist in Gruppen mit einigen Klassenkameraden unterwegs.

Aus der nahegelegenen Schottenbastei waren nur vereinzelte Schüler am Heldenplatz mit dabei, bedauerte ein Demo-Teilnehmer gegenüber der APA. Leider hätten sich viele Eltern dagegen ausgesprochen. Deshalb habe er nur wenige andere motivieren können mitzugehen.

An anderen AHS sei dagegen signalisiert worden, dass ein Mitgehen bei der Demo zwar streng genommen kein Grund für ein Fernbleiben von der Schule darstellt - Konsequenzen gibt es bei Zuwiderhandeln aber keine. „Wir müssen halt die Sachen nachschreiben“, schmunzelte ein Oberstufenschüler. „Das ist es schon wert.“

Ein anderer Schüler berichtete wiederum, dass „seine“ Direktorin eine klare Richtlinie ausgegeben habe: Schularbeiten bzw. Tests müssten stattfinden - wer da wegen einer Demo-Teilnahme fehle, dürfe auf kein Verständnis hoffen. Wer sich nachher für die Demo absentiere bzw. wer keine Schularbeiten, Prüfungen oder Tests habe, müsse aber mit keinen Konsequenzen rechnen.

Selbst wessen Schule sämtliche Regelungen streng auslegt, sollte wegen einiger Stunden Demo-Teilnahme ohne gröberes Ungemach davonkommen. Der Schulschwänz-Paragraph im Schulpflichtgesetz sieht zwar vor, dass Schulleiter durchaus „geeignete Maßnahmen“ setzen können, um Schulpflichtverletzungen hintanzuhalten - auch wenn sie unterhalb von drei Tagen liegen. In Betracht kommen aber zunächst nur Aufforderungen, Zurechtweisungen, die Erteilung von Aufträgen zur nachträglichen Erfüllung versäumter Pflichten bzw. Beratungs- und Belehrungsgespräche mit Schülern und Eltern. Erst bei groben oder wiederkehrenden Verfehlungen darf eine Verwarnung ausgesprochen werden.




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