Letztes Update am Fr, 15.03.2019 13:07

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


VW-Skandal - Prozess nach Sammelklage in Leoben begonnen



Leoben/Wien (APA) - Ein Zivilrechtsprozess des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) gegen den VW-Konzern nach dem Dieselskandal hat am Freitag in Leoben begonnen. Der Richter startete allerdings nicht direkt in die Materie, sondern klärte vorerst den Fahrplan, denn offen ist noch, ob er als Einzelrichter zuständig ist. Laut Gerichtssprecher Harald Laundl ist der Richter gewillt, die Verhandlung zu führen.

Ein Zuständigkeitsbeschluss soll beim nächsten Termin am 21. Mai fallen. Da werden zehn bis zwölf Zeugen befragt, um die Zuständigkeit zu klären. Da der Richter aber den Prozess verhandeln möchte, hat er auch gleich einen weiteren Termin angesetzt, wo die erste ganztägige Verhandlung mit den Zeugen des VKI geplant ist. Demnach soll es ab 5. Juli an die Inhalte gehen.

Der Volkswagenkonzern hat im September 2015 eingestanden, bei Dieselmotoren der Marken VW, Audi, Seat und Skoda mit Hilfe einer unzulässigen Motorsteuerungssoftware manipuliert zu haben, um den Stickstoffausstoß bei Abgastests zu senken. Der VKI hat im September 2018 mangels Einigung mit VW 16 Sammelklagen in Österreich für rund 10.000 mutmaßlich geschädigte Verbraucher eingebracht. Der erste dieser Prozesse begannen im Jänner.

Der VKI geht davon aus, dass die betroffenen Autobesitzer zu viel für ihre Autos bezahlt haben, weil diese wegen der „Umschaltlogik“ - also der im Dieselskandal aufgeflogenen Abschalteinrichtung der Abgasreinigung - nicht zulassungsfähig gewesen seien. Dafür fordern die Konsumentenschützer einen Schadenersatz von 20 Prozent des Kaufwertes. Außerdem soll der Autokonzern für sämtliche Folgeschäden haften, die sich aus der Manipulationssoftware und dem nach dem Publikwerden des Dieselskandals eingespielten Update ergeben haben. Denn auch letzteres habe bei einigen Fahrzeugmodellen Nachteile für die Kunden gebracht, ergab eine VKI-Umfrage unter rund tausend Betroffenen, die sich der VKI-Sammelklage angeschlossen haben.

~ WEB http://www.konsument.at ~ APA343 2019-03-15/13:03




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