Letztes Update am Fr, 15.03.2019 13:10

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


European Lithium bewirbt sich um deutsche Batterie-Fördergelder



Wolfsberg (APA) - Das Unternehmen European Lithium, das Schürfrechte für die Koralpe in Kärnten besitzt, ist Teil eines Konsortiums, das sich um Gelder aus einem deutschen Förderprogramm für Batterieproduktion bewirbt. Das teilte das Unternehmen am Freitag in einer Aussendung mit. Wer noch Teil des Konsortiums ist, war vorerst unklar. Für Rückfragen war bei European Lithium am Freitag niemand erreichbar.

„Mit dem in Österreich geförderten und produzierten Lithium wird dieses Konsortium in der Lage sein, die gesamte Wertschöpfungskette innerhalb von Europa darzustellen und gleichzeitig den höchsten Umweltstandards zu entsprechen“, hieß es in dem Schreiben. Das australische Unternehmen hatte 2011 der Kärntner Montanindustrie GmbH (KMI) die Schürfrechte an den Lithium-Vorkommen auf der Koralpe um zehn Mio. Euro abgekauft. Damals war vom Beginn des Abbaus in zwei Jahren, also 2013, die Rede gewesen.

Das Lithium-Vorkommen auf der Koralpe ist seit vielen Jahren bekannt, es gilt als größtes Vorkommen in Mitteleuropa, sagte Christoph Hauzenberger, Geologe an der Universität Graz auf APA-Anfrage. Das Vorkommen ist an Pegmatite geknüpft, wie sie auch in einigen anderen Bereichen, etwa auf der Saualpe, vorkommen. Auf der Koralpe befinden sich auch alte Stollen, mit denen das Vorkommen untersucht wurde. Lithium kommt dort in Form eines Silikats vor, ist also relativ hart und stark gebunden. Hauzenberger geht davon aus, dass das den Abbau erschweren könnte, weil die Extraktion dadurch aufwendiger wäre.

Eine abschließende Machbarkeitsstudie über den Abbau von Lithium auf der Koralpe mit definitiven Aussagen über eine Wirtschaftlichkeit eines solchen ist laut Unternehmen nach wie vor in Arbeit. Man erwarte sich durch die zu erwartenden Fördergelder des deutschen Wirtschaftsministeriums positiven Einfluss darauf. Außerdem wurde nun ein Projektauftrag erteilt: Die deutsche Firma Dorfner Anzaplan wurde beauftragt, den Lithiumveredelungsprozess zu entwickeln. Produktionsbeginn soll nun Ende 2021 oder Anfang 2022 sein.

Finanziert werden soll das Projekt über Subventionen und Fremdkapital. Entsprechende Gespräche würden geführt. Abgesehen davon kündigte das Unternehmen in den vergangenen Monaten an, in den Prime Market der Wiener Börse aufrücken zu wollen. Zusätzlich zu seinen Börsennotierungen in Australien, Wien und Frankfurt strebt es auch in London an die Börse. An der Wiener Börse werden European Lithium Aktien aktuell im dritten Markt gehandelt, der Kurs lag am Freitag bei 0,071 Euro.

~ WEB https://europeanlithium.com/de/ ~ APA346 2019-03-15/13:07




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