Letztes Update am Fr, 15.03.2019 13:22

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Terrorakt in Neuseeland - Name von italienischem Schützen auf Gewehr



Rom/Christchurch (APA) - Der mutmaßliche Attentäter von Neuseeland nahm bei seinen Angriffen auf die zwei Moscheen in Christchurch offenbar auch Bezug auf die Tat des rechtsextremen italienischen Aktivisten Luca Traini, der im Februar 2018 in Macerata auf offener Straße auf sechs Afrikaner geschossen und sie verletzt hatte.

Laut italienischen Medien sei der Name Trainis auf einem der Gewehre zu lesen, mit dem der Täter geschossen hat. Traini war im Oktober on einem Schwurgericht in der norditalienischen Stadt Macerata zu einer zwölfjährigen Haftstrafe verurteilt worden. Neben den sechs Verletzten hatte der Italiener von einem Auto aus in Macerata auf fünf weitere Migranten geschossen, ohne sie jedoch zu treffen. Der Mann mit Verbindungen zu rechtsextremistischen Kreisen habe afrikanische Drogendealer erschießen wollen, erklärten die Richter.

Traini hatte mit seiner Tat auf die Ermordung einer 18-jährigen Römerin reagiert, die wenige Tage vor der Schussattacke in Macerata von einem nigerianischen Drogendealer vergewaltigt und ermordet worden sein soll. Ihre Leiche war in zwei Koffern zerstückelt aufgefunden worden. Traini soll angeblich eine Freundin mit Drogenproblemen gehabt haben. Das Drama des getöteten Mädchens habe ihn zutiefst erschüttert.

In einer aktuellen Stellungnahme betonte der Anwalt Trainis, Gianluca Giulianelli, dass sein Mandant keineswegs mit dem Terrorakt in Neuseeland in Verbindung gebracht werden könne. Sein Mandant habe seine Tat zutiefst bereut. Ferner habe es bei Trainis Tat keinerlei religiöser Hintergrund gegeben.




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