Letztes Update am Fr, 15.03.2019 13:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Rumänien: Früherer lokaler Swietelsky-Manager unter Anklage



Bukarest (APA) - In Rumänien hat die Antikorruptionsbehörde DNA am Freitag Anklage gegen den Österreicher Josef H. erhoben, dem zur Last gelegt wird, als früherer „gesetzlicher Vertreter des Baukonsortiums Swietelsky-Wiebe-Takenaka“ ehemaligen hohen rumänischen Amtsträgern, darunter auch der frühere Finanzminister des Landes, Millionen-Schmiergelder gezahlt zu haben, um einen äußerst lukrativen Sanierungsauftrag an Land zu ziehen.

Nach Angaben der rumänischen Korruptionsjäger ist Josef H. in allen Anklagepunkten geständig, er hat sich nun wegen Bestechungsgabe sowie Beihilfe zu Einflusskauf vor Gericht zu verantworten. Da der 56-Jährige mit den Ermittlern kooperierte, kann er jedoch mit einer verhältnismäßig milden Strafe rechnen: Die Anklage beantragte eine dreijährige Haftstrafe, die zur Bewährung ausgesetzt werden könnte. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Im Fokus der Mega-Korruptionsaffäre stehen frühere hohe rumänische Amtsträger der Finanz- und Transportressorts, die zwischen 2005 und 2014 Millionen-Schmiergelder für die Vergabe eines Sanierungsauftrags der Bahnstrecke Bukarest-Konstanza gefordert und kassiert hatten. Der Zuschlag für die Sanierungsarbeiten an der 225 Kilometer langen Bahnstrecke war 2005 an das Konsortium der Bauunternehmen Swietelsky/Wiebe/Takenaka gegangen, der Auftragswert belief sich auf rund 800 Millionen Euro.

Als damaliger gesetzlicher Vertreter des österreichischen Baukonzerns Swietelsky gestand Josef H. nun, den zu dem Zeitpunkt amtierenden Finanzminister der Regierung Tariceanu, Sebastian Vladescu, zweimal mit Zahlungen über 2.117.000 Euro bzw. 65.000 Euro bestochen zu haben, während sich der frühere Staatssekretär im Transportministerium, Constantin Dascalu, seine Einflussnahme zugunsten des Konsortiums mit 1,114.000 Euro versilbern ließ. Auch hier gilt die Unschuldsvermutung. Insgesamt sollen rund 20 Millionen Euro an Schmiergeldern geflossen sein, die, wie der Angeklagte Josef H. bestätigte, über Offshore-Firmen in mehreren Tranchen geflossen sind.

Gegen Vladescu und die restlichen rumänischen Verdächtigen, die nach wie vor alle gegen sie erhobenen Vorwürfe bestreiten, laufen die strafrechtlichen Ermittlungen noch. Infolge Josef H.‘s Geständnis dürfte allerdings auch in ihrem Fall die Anklageerhebung nur noch eine Frage der Zeit sein.




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