Letztes Update am Fr, 15.03.2019 13:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Früherer langjähriger Braunauer Bürgermeister Skiba tot



Braunau am Inn (APA) - Gerhard Skiba, der frühere langjährige Bürgermeister von Braunau am Inn ist am Freitag verstorben. Der SPÖ-Politiker wurde 71 Jahre alt. Er leitete von 1989 bis 2010 die Geschicke in der Bezirksstadt im Innviertel. „Die Sozialdemokratie trauert um eine verdiente Persönlichkeit. Er war ein Visionär, der seiner Zeit voraus war“, würdigte ihn SPOÖ-Parteivorsitzende Birgit Gerstorfer.

„Er hatte tolle Ideen und war bei den Bürgerinnen und Bürgern überaus beliebt. Weil er stets ein offenes Ohr für deren Anliegen hatte. Mein tiefstes Mitgefühl gilt in diesen Stunden seiner Familie und seinen Freunden“, hieß es weiter in der Presseaussendung der Landesparteivorsitzenden. Skiba war 2010 aus gesundheitlichen Gründen zurückgetreten und lebte in den vergangenen Jahren eher zurückgezogen im Kreise seiner Familie, wie aus der Partei zu erfahren war.

Das Oberhaupt der Hitler-Geburtsstadt war stets kompromisslos gegen den Nationalsozialismus und Neonazi-Umtriebe aufgetreten und hatte dabei auch innerparteiliche Konflikte nicht gescheut. Mit dem schweren „Erbe“ von Braunau, die Geburtsstadt von Adolf Hitler zu sein, ist Skiba stets offen umgegangen, er trat dabei entschieden gegen Versuche von Neonazis auf, die Innviertler Metropole zu ihrer „Pilgerstätte“ zu machen. Für das Hitler-Geburtshaus hatte er vorgeschlagen, daraus ein „Haus des Friedens“ für soziale Projekte und Ausstellungen zu machen.

Skiba scheute bei seinem Auftreten gegen den Nationalsozialismus auch innerparteiliche Konflikte nicht. Im Juni 1996 kritisierte er öffentlich seinen Parteifreund, den damaligen Bürgermeister von Wels, Karl Bregartner, weil sich dieser weigerte, Umbenennungen der „Kernstock-Straße“ - benannt nach dem Verfasser des Hakenkreuz-Liedes - und der „Moritz-Etzold-Halle“, die an den NSDAP-Schulungsleiter Etzold erinnerte, vorzunehmen. Erst in einem Gipfelgespräch in der Bundesparteizentrale im März 1997, an dem unter anderem der damalige stellvertretende Parteivorsitzende Heinz Fischer teilnahm, wurde ein Maßnahmenkatalog vereinbart, der schließlich zur Änderung der Namen führte.

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