Letztes Update am Fr, 15.03.2019 13:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Terrorakt in Neuseeland - Türkischer Minister: Anti-Muslim-Hass in EU



Christchurch (APA/AFP) - Nach dem Anschlag auf zwei Moscheen in Neuseeland mit Dutzenden Toten hat die türkische Regierung vor der Verbreitung von Hassbotschaften gegen Muslime in Europa gewarnt. „Dieser terroristische Vorfall wurde nicht nur von seinen direkten Tätern verursacht, sondern auch von unverantwortlichen Politikern, die den Hass gegen Muslime schüren“, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu

Hieraus gelte es auch für die EU und ihre Mitgliedstaaten „Lehren“ zu ziehen, sagte der Minister am Freitag in Brüssel. „Die Hasstiraden gegen Muslime sollten nicht als Teil der Meinungsfreiheit betrachtet werden“, sagte Cavusoglu. Er forderte die EU auf, „Maßnahmen gegen solche Hassreden zu ergreifen“. Aus Sicht der Türkei werde in der EU die Meinungsfreiheit als „Deckmantel“ benutzt, um „Hassreden gegen Muslime (...), unseren Propheten und unsere Religion zu decken“. Wenn dies anhalte, „werden wir solche Angriffe nie verhindern.“

Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sagte bei einer Pressekonferenz mit dem Minister, es gebe leider in vielen Teilen der Welt Hassreden gegen bestimmte Gesellschaftsgruppen. Dies betreffe Muslime, aber auch Juden, Christen, Schwule und Lesben, sagte die Italienerin. Die EU schütze alle diese Gruppen, toleriere keine Hassbotschaften und stehe für Vielfalt in der Gesellschaft.

Bei einem Anschlag auf zwei Moscheen im neuseeländischen Christchurch waren am Freitag mindestens 49 Menschen getötet und 48 weitere verletzt worden. Der rechtsextreme Angreifer, ein Australier, filmte die Tat und übertrug sie live im Internet.

Cavusoglu zufolge befinden sich auch zwei türkische Staatsbürger unter den Verletzten. Sie würden derzeit im Krankenhaus behandelt. Der türkische Außenminister sagte, er habe mit der neuseeländischen Premierministerin Jacinda Ardern telefoniert und ihr sein Beileid ausgesprochen.




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