Letztes Update am Fr, 15.03.2019 14:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Innsbrucks Bgm. Willi will Zweitwohnsitzabgabe auf Nebenwohnsitze



Innsbruck (APA) - Innsbrucks Bürgermeister Georg Willi (Grüne) hat sich für eine generelle Freizeitwohnsitzabgabe ausgesprochen - das heißt auch für Nebenwohnsitze. Betroffen wären dabei auch viele Studierende, die in Innsbruck nicht ihren Hauptwohnsitz gemeldet haben. Das Land plant hingegen nur eine Abgabe für Eigentümer und Mieter von Freizeit- und Ferienwohnsitzen.

Rund 24.000 Nebenwohnsitze gibt es derzeit in der Tiroler Landeshauptstadt. Laut Medienberichten will die Stadt all diese Nebenwohnsitze mit einer Abgabe belegen. Sie trifft sich dabei mit dem Gemeindeverband, der ebenfalls eine generelle Zweitwohnsitzabgabe mit Ausnahmen für sozial, beruflich oder schulisch bedingte Nebenwohnsitze forciert. Ausnahmen kann sich Willi nur in begründeten Fällen vorstellen. „Das heißt, jene Person, die von der Abgabe befreit werden möchte, muss nachweisen, wieso die Abgabenbefreiung zu Recht besteht“, sagte Willi der „Tiroler Tageszeitung“ (Freitagsausgabe).

Innsbruck habe das Problem, die Infrastruktur der Stadt für diese vielen Nebenwohnsitzler auslegen und finanzieren zu müssen, ohne dafür aus dem Finanzausgleich Geld zu bekommen. Studenten könnten nach Angaben des Bürgermeisters der Abgabe entgehen, indem sie den Hauptwohnsitz anmeldeten. Für jeden Hauptwohnsitz gibt es für die Stadt nämlich vom Bund Geld in Form von Ertragsanteilen.

Auf wenig Begeisterung stößt der Vorschlag Willis beim zuständigen ÖVP-Landesrat Johannes Tratter (ÖVP). Er wolle die klassischen Freizeitwohnsitzinhaber treffen, nicht jedoch Pendler und Studenten, so Tratter laut einem Bericht des ORF Tirol. Das neue Landesgesetz mit der Zweitwohnsitzabgabe, das ab 2020 in Kraft treten soll, ziele nicht darauf ab, die Kasse der Stadt zu finanzieren, richtete Tratter Innsbruck aus.




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