Letztes Update am Fr, 15.03.2019 15:10

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


B&C-Gruppe stellt das Management neu auf



Wien (APA) - Die B&C-Gruppe, vor allem über ihre Mehrheitsbeteiligungen an AG, Lenzing und Semperit bekannt, hat ihr Management neu aufgestellt. Die Geschäftsführung wurde heute, Freitag, von fünf auf vier Mitglieder verkleinert. „Wir vertreten alles, was der Umsetzung des Stiftungszwecks dient“, umreißt Peter Edelmann, Vorsitzender der Geschäftsführung, die Aufgabe des Gremiums im Gespräch mit der APA.

Abgesehen von der Mehrheitsbeteiligung an den drei heimischen Industriebetrieben hält die B&C-Gruppe 10 Prozent an der VAMED sowie Beteiligungen an den Technologieunternehmen TTTech, Flightkeys, Kinexon und Citrine. Weitere Zukäufe seien vorgesehen, sagt Geschäftsführer Thomas Zimpfer: „Im Technologiebereich sind wir sehr zuversichtlich, dass wir 2019 weitere Ergänzungen präsentieren können“, im Industriebereich sei B&C zwar sehr interessiert, aber man müsse auf passende Gelegenheiten warten. „Wir sind zur Stelle, wenn man uns braucht und es wirtschaftlich sinnvoll ist“. Und „gebraucht“ werde die B&C dann, wenn ein langfristiger österreichischer Partner gesucht werde, präzisiert Edelmann.

Die B&C-Gruppe gehört der B&C Privatstiftung, deren Stiftungszweck die Förderung des österreichischen Unternehmertums ist. Zuletzt gab es den Versuch des Investors Michael Tojner, Zugriff auf die B&C-Privatstiftung zu erlangen. Verhandlungen dazu laufen noch. Zu diesem Thema gibt es vom Management keinen Kommentar.

Die Gruppe beteiligt sich nicht nur an österreichischen Unternehmen, sondern vergibt unter anderem den mit 500.000 Euro dotierten Houskapreis für wirtschaftsnahe Wissenschaftsförderung und engagiert sich an „Nebenfronten“, wie es Geschäftsführerin Mariella Schurz nennt, wie etwa insbesondere bei der Wirtschaftsbildung und (ko-)finanziert zwei Stiftungsprofessuren gemeinsam mit ihren Beteiligungen AMAG bzw. TTTech. Seit 2006 hat die B&C Privatstiftung 8,8 Mio. Euro an Förderungen vergeben, davon die Hälfte für den Houskapreis.

Im Gegensatz zu anderen Investoren setze B&C auf Langfristigkeit und wolle nicht über den Weiterverkauf von Firmen Geld verdienen. „Unser Erkennungsmerkmal ist, dass wir berechenbar langfristig sind“, formuliert es Edelmann, die Gruppe sei „enkelfähig“, wie man es in Deutschland nenne. Und er meint: „Es wäre gut, wenn Deutschland auch eine B&C hätte“, denn „es ist schon ein verdammt attraktives Konstrukt, das Sie hier haben mit der B&C“, meinte der Deutsche Edelmann.

Der Gruppenvorstand ist mit der Entwicklung der drei Hauptbeteiligungen zufrieden, auch wenn die jüngsten Ergebnisse auf ersten Blick nicht überschäumend sind. Wichtiger als das Resultat eines Jahres sei die langfristige Entwicklung, betont der für den Finanzbereich zuständige Geschäftsführer Patrick Prügger. Bei allen drei Beteiligungen sei man sehr zuversichtlich, auch wenn die Rahmenbedingungen sehr unterschiedlich seien.

Semperit stehe mitten im „Transformationsprozess“ und die Gruppe sei zuversichtlich, wieder zu altem Erfolg zu kommen. Die AMAG stehe am Ende eines riesigen Investitionsprogramms, nun müsse man die Früchte ernten und über strategische nächste Schritte nachdenken. Bei Lenzing wiederum hänge das Jahresergebnis immer an Preisen für Fasern und Zellulose, auch wenn das Jahr 2018 nicht so gut lief, denke das Unternehmen über Investitionen nach. In diesem Kontext sei auch zu sehen, dass Lenzing 90 Prozent des Gewinns von 2018 an die Aktionäre ausschütte - nach der Verschiebung einer Investition in den USA sei nicht so viel Liquidität nötig, darum sei die Ausschüttung gerechtfertigt.

„Die Ausschüttungspolitik kommt an zweiter Stelle, an erster Stelle steht die Umsetzbarkeit der Unternehmensstrategie“, sagt Prügger. Edelmann dazu: „Die B&C Holding wird nicht der Engpass sein für sinnvolle Investitionen im Kernbereich.“

~ WEB https://www.bcholding.at/ ~ APA481 2019-03-15/15:08




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