Letztes Update am Fr, 15.03.2019 15:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Russland feiert fünften Krim-Jahrestag - Kritik von Menschenrechtlern



Moskau/Kiew (APA/dpa) - Fünf Jahre nach der international kritisierten Annexion der ukrainischen Schwarzmeer-Halbinsel Krim sieht Russland anfängliche Probleme gelöst. Es sei durch gemeinsame Aufbauarbeit gelungen, Schwierigkeiten zu überwinden, sagte der russische Parlamentspräsident Wjatscheslaw Wolodin der Agentur Interfax zufolge am Freitag in Simferopol.

Er besuchte mit einer 40-köpfigen Abgeordnetendelegation die Halbinsel, die wie ganz Russland von Samstag bis Montag (16. bis 18. März) „Vereinigung“ feiert.

Zum Jahrestag beklagte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International, dass die Versammlungs- und Meinungsfreiheit in den vergangenen Jahren eingeschränkt worden sei. Das ukrainische Außenministerium in Kiew kritisierte, dass französische Politiker die Krim dieser Tage besuchten - trotz der Sanktionen der EU und der USA. Der Aufenthalt zeige, dass die verbrecherische Expansionspolitik des Aggressors Russland geduldet werde, hieß es.

Russland hatte die Krim gegen internationalen Protest am 18. März in sein Staatsgebiet aufgenommen. Zuvor hatten die Bewohner der Halbinsel in einer umstrittenen Volksabstimmung am 16. März für die Vereinigung mit Russland gestimmt. Russische Medien erinnerten am Freitag an die historischen Ereignisse der „Heimkehr“ der Krim zu Russland. Der sowjetische Staatschef Nikita Chruschtschow hatte die Halbinsel 1954 der Ukraine übergeben.

Parlamentschef Wolodin kritisierte, dass die Ukraine die Krim habe verfallen lassen. Er forderte eine Debatte über mögliche Wiedergutmachungszahlungen der Ukraine. Russland sieht sich wegen der schlechten Infrastruktur zu Milliardenausgaben gezwungen, damit die Urlaubsregion attraktiver wird. Die Ukraine wiederum fordert von Russland Geld wegen des Verlusts der Krim.




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