Letztes Update am Fr, 15.03.2019 16:19

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nationalfeiertag in Ungarn - Demonstrationen versprechen „Widerstand“



Budapest (APA) - Anlässlich des ungarischen Nationalfeiertags haben in der Budapester Innenstadt Oppositionsparteien des linken und rechten Spektrums gegen die ungarische Regierungspolitik des rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban und seiner Partei Fidesz demonstriert. „Widerstand“ verkündeten Transparente am Freitagnachmittag bei einer gemeinsamen Großkundgebung.

Die Aktion am Nationalfeiertag, an dem der Revolution von 1848/49 gedacht wird, stand unter dem Motto „Nationale Einheit“. Rechte und Liberale sangen zu Beginn der Kundgebung gemeinsam die Nationalhymne, berichteten die Medien. In den Reden von Vertretern von Parteien, Gewerkschaften und Zivilorganisationen wurde die Notwendigkeit eines „neuen gesellschaftlichen Ausgleiches“ betont. Anstelle von gesellschaftlicher Spaltung müsse die wahre ungarische nationale Einheit geschaffen werden.

Während des Tages kam es in ganz Ungarn zu Protestkundgebungen. Auf der Veranstaltung der Demokratischen Koalition (DK) erklärte DK-Chef und Expremier Ferenc Gyurcsany, Orban werde untergehen: „Mein Volk ist kein Schaf, sondern ein stolzes, patriotisches Volk.“ Dabei würden Europäertum und Patriotismus zusammengehören, denn „Europa ist unsere Heimat“ und die Orban-Regierung eine „verfluchte Diebesbande“.

Gyurcsany erwarte von Westeuropa, dass es Ungarn vor Orban schütze, zitierte das Internetportal „merce.hu“. Auf der Kundgebung der Sozialisten (MSZP) betonte der EP-Abgeordnete Csaba Molnar: Die EU-Wahlen werden zeigen, dass „wir nicht gleichzusetzen sind mit Orban.“ In den kommenden Wochen müssten die Ungarn aufwachen. Denn wer das nicht tue, könne sich leicht außerhalb Europas wiederfinden, hieß es.




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