Letztes Update am Fr, 15.03.2019 18:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Frankfurter Börse



Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der Hexensabbat hat den DAX am Freitag angetrieben. Der deutsche Leitindex war zwischenzeitlich auf den höchsten Stand seit Mitte Oktober gestiegen, bevor das Plus etwas abbröckelte. Zum Handelsschluss stand das Börsenbarometer 0,85 Prozent im Plus bei 11.685,69 Punkten. Der M-DAX der mittelgroßen Werte stieg am Freitag um 0,50 Prozent auf 25 150,78 Punkte.

Am sogenannten Hexensabbat liefen Terminkontrakte auf Aktien und Indizes an den Terminbörsen aus. Vom „großen Verfall“ sprechen Börsianer dann, wenn der letzte Handelstag aller vier Derivate-Typen, also der Optionen und Futures auf Indizes und einzelne Aktien, auf denselben Tag fällt. Anleger versuchten im Handelsverlauf, die Kurse in die für sie günstige Richtung zu schieben.

Das Interesse der Anleger blieb außerdem auf das Thema Brexit gerichtet. „Eine Woche Abstimmungsmarathon in London und Welt und Börse sind am Ende genauso schlau wie vorher“, resümierte Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets mit Blick auf das jüngste Votum am Vorabend. Nun werde bis kommenden Mittwoch auf die nächste Abstimmung im Parlament gewartet, wobei es „schwer vorstellbar“ sei, dass dann eine Lösung auf dem Tisch liege.

Zudem will China die Mehrwertsteuer senken, was den Konsum ankurbeln dürfte. Das milderte die schwelenden Konjunktursorgen etwas.

Unter den Einzelwerten rückten erneut die Aktien des Zahlungsabwicklers Wirecard in den Fokus, die am DAX-Ende fast 9 Prozent einbüßten. Strafverfolger nahmen laut dem „Handelsblatt“ nun auch das Indien-Geschäft von Wirecard ins Visier. Das Unternehmen stellte unterdessen klar, dass die Inhalte „nicht neu“ und bereits mehrfach auch durch externe Prüfungen widerlegt worden seien. Auch eine Verkaufsempfehlung der Citigroup aufgrund der inzwischen zahlreichen Risiken drückte auf die Stimmung der Anleger.

Zudem bewegten Studien von Analysten: Die Papiere des Spezialchemie-und Pharmakonzerns Merck, die von der Schweizer Bank UBS aus Bewertungsgründen abgestuft worden waren, gaben im DAX um rund 2 Prozent nach.

Am Ende des Index für mittelgroße Werte M-DAX fanden sich die Anteilsscheine von Salzgitter mit einem Minus von mehr als vier Prozent. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux war skeptischer geworden mit Blick auf die Profitabilitätsentwicklung in der Stahlbranche und hatte den Daumen über die Aktien des Unternehmens gesenkt.

Der IT-Dienstleister Bechtle punktete unterdessen mit seinem Ausblick auf 2019. Die Aktien gewannen im M-DAX rund zwei Prozent. Die Aussagen über einen im Jahresvergleich erneut „sehr deutlichen“ Umsatz- und Ergebnisanstieg sowie einer Gewinnmarge vor Steuern auf Vorjahresniveau seien angesichts des schwierigeren Umfelds solide, schrieb Analyst Knut Woller von der Baader Bank.

Im Nebenwerte-Index S-DAX zählten die Anteilsscheine des Online-Medikamentenhändlers Shop Apotheke nach zuversichtlichen Aussagen zum neuen Jahr zu den Spitzenwerten mit einem Plus von fast sechs Prozent.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA599 2019-03-15/18:38




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