Letztes Update am Sa, 16.03.2019 01:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Terrorakt in Neuseeland - Kanada verstärkte Schutz für Moscheen



Ottawa/Christchurch (APA/AFP) - Nach dem Moschee-Anschlag in Neuseeland hat Kanada den Schutz für islamische Gotteshäuser verstärkt. In Toronto und Montreal, den kanadischen Städten mit den größten muslimischen Gemeinden, verstärkte die Polizei die Sicherheitsvorkehrungen für die mehr als hundert Moscheen dort, wie sie der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. In Quebec und anderen Orten wurden ähnliche Schutzvorkehrungen getroffen.

Der kanadische Minister für öffentliche Sicherheit, Ralph Goodale, hob allerdings hervor, dass es „keine bekannte Verbindung“ zwischen Kanada und den Anschlägen in Christchurch gebe. Unverändert gelte die mittlere Alarmstufe in seinem Land.

Zu den Namen, die der Attentäter von Christchurch auf eine seiner Waffen geschrieben hatte, zählt allerdings auch der des Kanadiers Alexandre Bissonnette. Dieser hatte im Jänner 2017 das Feuer auf Gläubige in einer Moschee in der Stadt Quebec eröffnet. Er tötete sechs Menschen und verletzte 35 weitere. Damit war die Tat vor dem Anschlag in Christchurch die schlimmste Attacke auf Muslime in der westlichen Welt.

Bissonettes Anwälte Charles-Olivier Gosselin und Jean-Claude Gingras erklärten, ihr Mandant sei „sehr betroffen“ über den Anschlag in Christchurch und „beunruhigt, dass sein Name mit dieser Attacke in Verbindung gebracht wird“. Schließlich bereue Bissonette seine Taten.

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau verurteilte den Anschlag in Neuseeland. Der Angriff auf betende Menschen sei „absolut entsetzlich“, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Kanada fühle mit den Angehörigen der Opfer und trauere „mit den Neuseeländern und muslimischen Gemeinden in aller Welt“.




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