Letztes Update am Sa, 16.03.2019 17:38

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neuer Protest gegen Pläne einer „Bannon-Universität“ bei Rom



Rom (APA) - Einige hundert Personen haben am Samstag in Collepardo westlich von Rom gegen Pläne demonstriert, eine im 13. Jahrhunderte errichtete Kartause in eine „Universität“ unter der Leitung des US-Rechtspopulisten Steve Bannon umzuwandeln. Die Demonstranten gingen zu Fuß den fünf Kilometer langen Weg von Collepardo zur Kartause von Trisulti.

„Wir sagen ‚Nein‘ zum Projekt, eine Kartause von größter historischer Bedeutung in ein Bildungszentrum für ein globales Netzwerk des religiösen Fundamentalismus und der faschistischen Rechten umzuwandeln“, erklärten die Demonstranten unter der Führung des Chefs der Linkspartei „Sinistra Italiana“ (Italienische Linke), Nicola Fratoianni.

Die im Jahr 1204 100 Kilometer westlich von Rom errichtete Kartause von Trisulti steht seit 1947 im Besitz des Ordens der Zisterzienser. Wegen des fehlenden Nachwuchses hatte der Orden zunehmende Probleme mit dem Erhalt des Gebäudes, in dem nur noch ein alter Mönch lebt.

Das italienische Kulturministerium hatte nach einer öffentlichen Ausschreibung der Stiftung „Dhi - Dignitatis Humanae Institute“ die Konzession gewährt, die Kartause 19 Jahre lang für 100.000 Euro pro Jahr zu verwalten. Geleitet wird die Stiftung vom 43-jährigen Briten Benjamin Harnwell, der Bannon nahe steht. In der Kartause will er eine internationale Universität für die Führungselite der neuen Rechten einrichten.

„Die Kartause hat einen großen historischen Wert und ist mit dem Heiligen Benedikt, dem Schutzpatron Europas, verbunden. Sie kann nicht verschleudert, oder noch schlimmer zum Instrument politischer Propaganda werden“, kritisierte Daniela Bianchi, eine Mitorganisatorin des Protests.




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