Letztes Update am Sa, 16.03.2019 19:26

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tausende protestierten in Belgrad und Podgorica gegen Präsidenten



Belgrad/Podgorica (APA) - Tausende Menschen sind am Samstag erneut in Serbien und Montenegro auf die Straße gegangen, um gegen ihre Regierungen und Staatsoberhäupter zu protestieren. In der serbischen Hauptstadt Belgrad kündigten die Demonstranten erneut eine symbolische Blockade des öffentlich-rechtlichen TV-Senders RTS an.

In der serbischen Hauptstadt Belgrad richtet sich der Unmut der seit Anfang Dezember wöchentlich stattfindenden Proteste vor allem gegen Präsident Vucic. Der Sender RTS mache Propaganda für Präsident Aleksandar Vucic und die von ihm kontrollierte Regierung, während die Opposition kaum zu Wort komme, so die Kritik.

Auch in Montenegros Hauptstadt Podgorica gibt es bereits seit einigen Wochen regelmäßige Proteste, bei denen der Rücktritt des Präsidenten Milo Djukanovic, der Regierung des Premiers Dusko Knezevic und des Chefanklägers Milivoje Katnic gefordert wird. Bei den Protesten am Samstag waren immer wieder Rufe wie „Milo, Dieb“ zu hören. Ein zuvor angekündigter Dauerprotest bis zum Rücktritt der Regierung fand nicht statt.

Präsident Djukanovic kündigte unterdessen am Nachmittag eine Klage gegen die oppositionsnahe Tageszeitung „Vijesti“ an. Anlass lieferte ein am Samstag veröffentlichtes Interview mit dem flüchtigen Geschäftsmann Dusko Knezevic. Der Chef der Atlas-Gruppe hatte Djukanovic erneut Malversationen vorgeworfen, ohne jedoch Konkreteres vorzulegen. Seine Anwälte hatten am Donnerstag bereits eine Strafanzeige gegen Djukanovic erstattet, in welcher sie ihn als „Chef einer kriminellen Gruppe“ bezeichneten.

Das oppositionelle Bündnis für Serbien (SZS), eine Gruppe von Parteien äußerst unterschiedlicher Ausrichtungen, hat unterdessen für 13. April eine große Protestkundgebung in Belgrad angekündigt, zu der Anhänger aus allen Landesteilen erwartet werden. Bisher werden die wöchentlichen Proteste in Belgrad und rund weiteren 90 Städten nicht von der Opposition, sondern von verschiedenen lokalen NGOs organisiert.




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