Letztes Update am So, 17.03.2019 01:24

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Operación Libertad“: Guaidó mobilisiert für Marsch auf Caracas



Caracas (APA/dpa) - Der selbst ernannte venezolanische Interimspräsident Juan Guaidó hat begonnen, die Bevölkerung für einen Marsch auf den Präsidentenpalast Miraflores in Caracas zu mobilisieren. „Wir gehen zu Miraflores und fordern zurück, was dem Volk gehört“, sagte Guaidó am Samstag vor Tausenden Anhängern in der Stadt Valencia. Ein Datum für den Marsch nannte er zunächst nicht.

„Heute beginnt eine neue Etappe der Organisation“, so der 35-Jährige. Er werde so viele Bundesstaaten wie möglich besuchen. Auch in anderen Städten des südamerikanischen Landes hielten Unterstützer von Guaidó Kundgebungen ab.

Für die „Operación Libertad“ („Operation Freiheit“) rief Guaidó auf Twitter die Bevölkerung dazu auf, sich in Komitees zu organisieren. Auch innerhalb der Streitkräfte sollte man sich darauf vorbereiten, hieß es in einer Liste mit Stichpunkten, die Guaidó veröffentlichte. Der Oppositionsführer plant, damit Bewegung in den seit Wochen festgefahrenen Machtkampf mit Staatschef Nicolás Maduro zu bringen.

Guaidó hatte sich am 23. Jänner selbst zum Interimspräsidenten des südamerikanischen Landes erklärt. Er sprach Staatschef Maduro die Legitimation ab, weil dessen Wiederwahl im vergangenen Jahr nicht demokratischen Standards entsprochen habe. Zahlreiche Regierungsgegner durften nicht kandidieren. Das größte Oppositionsbündnis boykottierte wegen unfairer Bedingungen die Wahl.

Zwar haben zahlreiche Länder - darunter auch Österreich - Guaidó bereits als rechtmäßigen Übergangspräsidenten anerkannt, in Venezuela selbst konnte er sich bisher aber noch nicht durchsetzen. Vor allem das mächtige Militär hält weiterhin zu Staatschef Maduro. Guaidó versuchte zuletzt, gegen den Willen der Regierung humanitäre Hilfe ins Land zu schaffen. Zudem wollte er die Wut vieler Venezolaner über die jüngsten Stromausfälle in einen breiten Aufstand verwandeln. Beide Versuche scheiterten.

Das venezolanische Militär und Zivilisten begannen unterdessen mit einem Manöver zum Schutz der Strom- und Wasserversorgung des Landes. Bei den Übungen mit dem Namen „Ana Karina Rote“ sollten Verteidigungsstrategien für die Versorgungssektoren trainiert werden, erklärte Maduro in einem Video auf Twitter. Mit ihnen werde ermöglicht, dass das Stromsystem des südamerikanischen Staates „vor imperialistischen Attacken geschützt“ sei, schrieb Maduro in einem Tweet. „Wir perfektionieren die Organisation des Volkes, um den Frieden zu verteidigen.“

Zuletzt war Venezuela von einem massiven Stromausfall tagelang lahmgelegt worden. Der Linksnationalist Maduro machte einen angeblich von der Opposition und den USA geplanten Cyberangriff für den Kollaps der Energieversorgung verantwortlich. Die Regierungsgegner sehen den Grund hingegen in verschleppten Investitionen, Korruption und mangelhafter Wartung der Anlagen.




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