Letztes Update am So, 17.03.2019 03:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Terrorakt in Neuseeland - Zwei Opfer noch in Lebensgefahr



Christchurch (APA/dpa) - Nach dem Anschlag in Neuseeland schweben zwei Menschen immer noch in Lebensgefahr. Die Zahl der Toten erhöhte sich auf 50, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. In einer der beiden Moscheen in Christchurch, wo ein vermutlich rechtsextremistischer Täter auf Muslime geschossen hatte, wurde eine weitere Leiche gefunden. 36 Menschen wurden mit teils schweren Schussverletzungen in Spitälern behandelt.

Inzwischen geht die Polizei davon aus, dass es sich bei dem festgenommenen Mann, einem 28 Jahre alten Australier, um einen Einzeltäter handelt. Nach den bisherigen Ermittlungen haben zwei weitere Personen, die ebenfalls schon am Freitag festgenommen wurden, mit dem Anschlag nichts zu tun. Der mutmaßliche Täter sitzt nun in Untersuchungshaft. Ihm droht wegen vielfachen Mordes lebenslang Gefängnis.

Die Familien und Freunde der Todesopfer warten nun darauf, dass die Leichen zur Beisetzung freigegeben werden. Vermutet wird, dass alle Todesopfer muslimischen Glaubens waren. Viele davon waren als Einwanderer nach Neuseeland gekommen. Ihre Familien haben Wurzeln in Ländern wie Pakistan, Bangladesch, Afghanistan, Ägypten, Saudi-Arabien und Indien. Die genaue Herkunft will die Polizei aber erst bekanntgeben, wenn alle Leichen identifiziert sind.

Die neuseeländische Premierministerin Jacinda Ardern legte am Sonntag zum Gedenken an die Opfer in einer Moschee in der Hauptstadt Wellington einen Kranz nieder. Die Regierungschefin wollte sich im Laufe des Tages bei einer Pressekonferenz zur aktuellen Lage äußern. Sie sprach mehrfach von einem „terroristischen Angriff“. Die Polizei bestätigte, dass der verdächtige Australier kurz vor der Tat am Freitag ein E-Mail mit einem „Manifest“ an die Premierministerin geschickt hatte.

Die Zeitung „New Zealand Herald“ (Sonntag-Ausgabe) berichtete, dass die Liste weniger als zehn Minuten vor Beginn des Angriffs auf Arderns E-Mail-Konto und bei etwa 70 anderen Adressaten eingegangen sei. Ein Regierungssprecher sagte dem Blatt: „Es gab keine Gelegenheit, ihn zu stoppen.“ Die Polizei hat sich bisher nicht näher zu den möglichen Motiven des Mannes und seinem Hintergrund geäußert.




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