Letztes Update am So, 17.03.2019 05:34

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Manfred Sauer - Gebürtiger Burgenländer will Bünker nachfolgen



Villach (APA) - Der Kärntner Superintendent der evangelischen Diözese Kärnten/Osttirol, Manfred Sauer, hat Ambitionen, Bischof Michael Bünker nachzufolgen. Der gebürtige Burgenländer und vierfache Familienvater ist seit 2002 Superintendent. Der 58-Jährige gilt als durchaus ehrgeizig, aber stets dialogorientiert.

Manfred Sauer kam am 20. November in Bernstein im Burgenland zur Welt. Er besuchte das Gymnasium in Oberschützen, nach der Matura 1979 studierte er bis 1985 evangelische Theologie in Wien und Hamburg. Während des Studiums arbeitete er bei einer burgenländischen Jugendzeitschrift mit, und zwar als Mitgestalter und Autor von Beiträgen. Im Jahr seines Studienabschlusses heiratete er Renate Lentz, die beiden haben vier Kinder.

Nach dem Studium absolvierte er ein Vikariat in Zell am See und in Pörtschach in Kärnten. 1990 wurde er Ordinierter Vikar in Pörtschach, zwei Jahre später Pfarrer ebendort. Er blieb bis 2001 in Pörtschach als Pfarrer, in dieser Zeit war er auch Obmann des evangelischen Bildungswerkes und danach stellvertretender Obmann der evangelischen Akademie Kärnten-Osttirol.

Mit Jahresbeginn 2002 wurde Sauer Superintendent, als dessen Stellvertreter hatte er schon ab 1997 fungiert. Im April 2013 wurde er für weitere zwölf Jahre wiedergewählt. Er erhielt 2013 den Landesorden in Silber des Landes Kärnten, ein Jahr später den Ehrenring der Stadt Villach, wo die Superintendentur beheimatet ist.

Ihm liegt nach eigener Aussage besonders eine „seelsorgerliche und menschenfreundliche Kirche, in der die Botschaft des Evangeliums erlebbar wird“ am Herzen. Er plädiert für eine offene Kirche, in der auch Fernstehende das Gefühl hätten, willkommen zu sein. Als Superintendent gehe es ihm darum, andere Menschen zum Mitmachen zu motivieren, denn „es braucht ganz unterschiedliche Fähigkeiten, um ein Schiff wie unsere Kirche vorwärts zu bringen“.

Ein Highlight seiner Amtszeit war sicher die Landesausstellung in Fresach (Bezirk Villach-Land) im Jahr 2011, deren Thema das Leben der Evangelischen in Kärnten mit seiner Bedeutung für die Entwicklung des Landes und seine Wirkung bis in die Gegenwart war und unter dem Motto „glaubwürdig bleiben“ stand. Insgesamt 70.000 Menschen besuchten die Ausstellung, für die Diakonie de La Tour als Projektträgerin fungierte.

Zuletzt sorgte der Superintendent für Schlagzeilen, als er gemeinsam mit dem katholischen Diözesanadministrator und dem altkatholischen Bischof Heinz Lederleitner am Aschermittwoch an einem Schweigemarsch in Klagenfurt teilnahm, um gegen die Streichung des Karfreitag als Feiertag für Evangelische und Altkatholiken zu protestieren. Die drei Geistlichen wollten eine Erklärung dazu an Bundeskanzler Sebastian Kurz überreichen, der beim politischen Aschermittwoch der ÖVP in Klagenfurt zu Gast war. Kurz hatte aber keine Zeit, die drei kamen nur bis zu Kärntens ÖVP-Obmann Martin Gruber.

Sauer engagierte sich in seiner bisherigen Amtszeit sehr für die Ökumene, angeeckt ist er kaum je. Nur einmal sorgte er für Wirbel, als er kurz nach dem Unfalltod Jörg Haiders diesen in einem Hirtenbrief sehr ausführlich gelobt hatte. Diese Aktion löste heftige Debatten aus, die ehemalige Superintendentin Gertraud Knoll trat aus Protest sogar aus der Kirche aus.




Kommentieren