Letztes Update am So, 17.03.2019 10:58

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Jüdisches Museum für Zeitgeschichte eröffnet in Niederösterreich



Bad Erlach (APA) - In Bad Erlach im Bezirk Wiener Neustadt-Land öffnet am 7. April das Jüdische Museum für Zeitgeschichte seine Pforten. Als Ausstellungsort dient das sogenannte Hackerhaus im Ortszentrum, wurde am Sonntag in einer Aussendung mitgeteilt. Auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern wird zur Eröffnung die Schau „Mit ohne Juden“ gezeigt, die Leben und Vertreibung der Juden in der Region thematisiert.

Als Grundlage für diese Ausstellung diente das kürzlich abgeschlossene Forschungsprojekt „Die jüdische Bevölkerung in der Region Bucklige Welt Wechselland“, hielt die niederösterreichische Wirtschaftsagentur ecoplus in der Aussendung fest. Die Betreiber werden demnach künftig mit Einrichtungen wie den Jüdischen Museen in Wien und Eisenstadt, dem Institut für Jüdische Geschichte in St. Pölten sowie weiteren zeitgeschichtlichen Museen kooperieren.

„Wir schaffen hier einen Ausstellungsraum zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung in der Region, der mit dem Hackerhaus ein einzigartiges Ambiente bietet und zeitgleich mit dem Beginn der Landesausstellung 2019 den Besucherinnen und Besuchern zur Verfügung steht“, betonte Bürgermeister Johann Rädler (ÖVP). Die Landesausstellung unter dem Motto „Welt in Bewegung“ geht im rund zehn Kilometer entfernten Wiener Neustadt über die Bühne und wird am 30. März eröffnet.

„Wir müssen uns auch den dunklen Seiten unserer bewegten Geschichte widmen“, hielt Landesrätin Petra Bohuslav fest. Das neu errichtete Museum führe vor Augen „wie gut die jüdische Gemeinde einstmals in der Region integriert war“, wurde die ÖVP-Politikerin zitiert. „Dennoch wurden die Menschen ab 1938 gewaltsam vertrieben und ermordet. Die Erinnerung an diese Ereignisse muss wachgehalten und auch für kommenden Generationen dokumentiert werden.“

Die Hackers betrieben einst einen Weingroß- und Gemischtwarenhandel in der Region Bad Erlach. „Während der nationalsozialistischen Herrschaft wurden Mitglieder der Familie Hacker in den Lagern Theresienstadt und Treblinka ermordet“, wurde in der Aussendung geschildert. Die Gemeinde Bad Erlach erwarb nun das Hackerhaus und errichtete dort ein Kulturzentrum. Neben dem Museum befinden sich ein Weltladen und das Tourismusbüro in diesem Gebäude.




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