Letztes Update am So, 17.03.2019 16:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Sieben Tage Kultur - Die Woche 18.03. bis 24.03. - AKTUALISIERT



Wien (APA) - Die kommende Kulturwoche zeigt sich von ihrer variantenreichen Seite: In Wien gibt es pointierten Humor, fotografische Finesse und musikalischen Gestus, während etwa Graz im Rahmen der Diagonale vom heimischen Filmschaffen in Atem gehalten wird. Das geschriebene Wort regiert hingegen bei der Leipziger Buchmesse, die ihre Pforten öffnet. Auch das Heumarkt-Projekt in Wien sorgt wieder für Aufregung.

Der Montag startet mit einer gemeinsamen Pressekonferenz von Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP) und Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) zum Thema „Weltkulturerbe Wien“. Anlass ist das nun veröffentlichte ICOMOS-Gutachten zum Heumarkt-Projekt. Die Ausstellung „Sakrale Räume“ im Wiener Ringturm gibt unterdessen Einblick in das Schaffen des Schweizer Architekten Mario Botta. Klare Worte darf man sich abends vom französischen Philosophen Bernard-Henri Levy erwarten, der im Theater Akzent mit „Looking for Europa“ gastiert und sicherlich auch auf die heimische Politik Bezug nehmen wird. „Humor im Hemd“ verspricht hingegen Alf Poier in seinem neuen Programm, das im Orpheum zur Premiere gelangt. Und der Grazer Musikverein stellt überdies die Vorhaben für die kommende Saison vor.

Einen Rück- wie Ausblick wagt das in Wien beheimatete ZOOM-Kindermuseum am Dienstag, steht doch das 25-Jahr-Jubiläum an. Sicherlich nicht „Wurscht“ ist seinen Fans Lukas Resetarits, obgleich die Kabarettlegende so sein 27. Solo getauft hat. Was aktuell alles so schiefläuft, erfährt man im Wiener Stadtsaal. In Graz heißt es „Film ab“, wenn mit Marie Kreutzers neuestem Werk „Der Boden unter den Füßen“ die diesjährige Diagonale beginnt. Bis inklusive Sonntag werden 180 Filme und Videos gezeigt, darunter zahlreiche Uraufführungen österreichischer Filmemacher.

Am Mittwoch stellt das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich nicht nur das nächste Saisonprogramm, sondern auch jene Person vor, die ab 2022 den Chefdirigenten-Posten innehat. In der Postsparkasse als Festivalzentrale wird die diesjährige Ausgabe von „Foto Wien“ eröffnet, und im Theatermuseum erfährt man bei der Schau „Alles tanzt!“ mehr über die Wiener Tanzmoderne. In Leipzig startet die Buchmesse, bei der sich Tschechien als Gastland präsentieren darf. Die Preise in der drei Sparten werden tags darauf verliehen. Und in Zürich wird Schauspieler Bruno Ganz beigesetzt. In den Tagen nach seiner Beerdigung sollte auch bekanntwerden, wer künftig Träger des Iffland-Rings sein wird.

Dem in Berlin lebenden, österreichischen Künstler Peter Friedl widmet die Kunsthalle Wien ab Donnerstag die Ausstellung „Teatro“, während das Kindermuseum Frida & Fred in Graz stellvertretend für das junge Publikum lapidar fragt „Was kost‘ die Welt?“. In der Wiener Arena ziehen am Abend wiederum sehr sphärische Klänge ein, stellt doch Electromusiker Jon Hopkins sein aktuelles, äußerst gelungenes Album „Singularity“ vor.

Wie wir künftig „unsere digitale Welt gestalten“, hat sich die Vienna Biennale For Change 2019 zum Thema gemacht. Die wichtigsten Eckpunkte des mit „Schöne neue Werte“ betitelten Veranstaltungsreigen, der Ende Mai starten wird, werden am Freitag vorgestellt. Das Salzburger Museum der Moderne Mönchsberg nimmt Asger Jorns druckgrafisches Werk genauer unter die Lupe, und im niederösterreichischen Heidenreichstein startet das Festival „Literatur im Nebel“ mit dem Nobelpreisträger J.M. Coetzee. Am Akademietheater kommt hingegen Wolfram Lotz‘ „In Ewigkeiten Ameisen“ zur Uraufführung - es inszeniert Jan Bosse -, und niemand geringerer als Herbert Grönemeyer beehrt die Wiener Stadthalle. Der deutsche Popmusiker tourt mit seinem aktuellen Album „Tumult“.

Ausschnaufen lässt sich nach diesem dichten Angebot am Wochenende. Und natürlich ausgiebig feiern, wenn am Samstag die große Diagonale-Preisverleihung über die Bühne geht.




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