Letztes Update am So, 17.03.2019 17:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Kritik an Festnahmen von Demonstranten in Nicaragua



Managua (APA/dpa) - Menschenrechtsorganisationen und Diplomaten haben die temporären Festnahmen von Demonstranten und Journalisten in Nicaragua scharf kritisiert.

Die Festsetzung von mehr als 100 Menschen, die gegen die Regierung protestiert haben, gefährde den Friedensdialog, erklärte die spanische Botschaft in Nicaragua am Sonntag in einer Mitteilung. Es müsse an den Bestrebungen festgehalten werden, eine friedliche Lösung zu finden.

Die Vizepräsidentin des Nachbarlands Costa Rica, Epsy Campbell, verurteilte auf Twitter den Einsatz von Gewalt und Repression durch die Polizei gegen die Demonstranten. ?

Polizeikräfte hatten am Samstag Proteste gegen die Regierung des autoritären Präsidenten Daniel Ortega in Nicaraguas Hauptstadt Managua angegriffen und Dutzende Menschen festgenommen. Einige der Festgenommenen wurden später wieder freigelassen, wie das Nicaraguanische Zentrum für Menschenrechte (Cenidh) auf Twitter mitteilte. Cenidh forderte, dass die mehr als 700 politischen Gefangenen, die noch in Gefängnissen sitzen, freigelassen werden.

Anfang März haben die Opposition und die Regierung nach mehreren Monaten ohne Gespräche erstmals wieder einen Friedensdialog aufgenommen. Geplant ist, dass so bis Ende März eine Lösung für die politische Krise gefunden wird. Die Ortega-Regierung entließ in den vergangenen Wochen rund 150 politische Gefangene aus Gefängnissen. Das nun wieder aufgeflammte harte Vorgehen gegen Demonstranten sorgte für Entsetzen in dem mittelamerikanischen Land.

Nicaragua kommt seit fast einem Jahr nicht zur Ruhe. Im April vergangenen Jahres begannen Proteste wegen einer geplanten Sozialreform der Regierung, die später zurückgezogen wurde. Die Demonstranten forderten jedoch auch danach den Rücktritt des autoritären Präsidenten Daniel Ortega. Polizei und regierungsnahe Schlägertrupps schlugen diese Proteste gewaltsam nieder. Laut Menschenrechtsorganisationen sind bisher mehr als 500 Menschen ums Leben gekommen.




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