Letztes Update am So, 17.03.2019 17:43

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fußball: Iran hat wegen Finanzkrise kein Geld für neuen Teamchef



Teheran (APA/dpa) - Die Islamische Republik Iran hat wegen der Finanzkrise im Land kein Geld für einen neuen Fußball-Teamchef. Das Sportministerium gab am Sonntag bekannt, dass dem nationalen Verband (FFI) kein zusätzliches Geld für einen neuen Coach zur Verfügung gestellt werden könne.

„Von uns kriegt der FFI nur einen Teil des normalen Jahresbudgets. (...) Ein Extra für den Nationalcoach ist nicht drin“, sagte Vizeminister Mohammed-Reza Davarsani laut Nachrichtenagentur ISNA

Der FFI braucht aber finanzielle Unterstützung vom Sportministerium, um einen international renommierten Trainer für die Nationalmannschaft zu verpflichten. Laut FFI-Präsident Mehdi Tadsch hat der Verband nicht einmal mehr ausreichend Geld für Schiedsrichter in den unteren Ligen, geschweige denn für einen neuen Top-Coach.

Der Iran steckt wegen der US-Sanktionen in einer akuten Wirtschaftskrise. Der Devisenkurs ist gegenüber der nationalen Währung Rial um fast das Vierfache gestiegen. Da das Budget des Verbands in Rial angegeben wird, das Gehalt eines ausländischen Trainers jedoch in Devisen ausgezahlt werden würde, müsste der FFI dem neuen Coach quasi das Vierfache bezahlen.

Nach dem Rücktritt des Portugiesen Carlos Queiroz im Jänner hat der Iran noch keinen neuen Nationaltrainer verpflichtet. Als mögliche Nachfolger brachte das Sportministerium prominente Namen wie Jürgen Klinsmann, Zinedine Zidane (mittlerweile bei Real Madrid), Jose Mourinho, Vincenzo Montella und Laurent Blanc ins Gespräch. Laut Tadsch hat der Verband jedoch kein Geld für solche Hochkaräter. „Solche Namen überhaupt zu erwähnen, ist eher ein Witz“, betonte der Verbandschef.




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