Letztes Update am Mo, 18.03.2019 10:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


18 Festnahmen nach Wochenendprotesten in Belgrad



Belgrad (APA) - Nach den verschärften Protesten der serbischen Opposition am Wochenende in Belgrad sind 18 Personen festgenommen worden. Unter den Festgehaltenen wären auch jene drei Demonstranten, die mit einer Motorsäge ausgerüstet gemeinsam mit weiteren Oppositionsanhängern in das Gebäude des TV-Senders RTS eingedrungen seien, teilte Polizeidirektor Vladimir Rebic am Montag mit.

Wie Rebic in einem Gespräch mit dem öffentlich-rechtlichen Sender erklärte, seien bisher sechs Festgenommene zu jeweils 30 Tagen Haft verurteilt worden, eine weitere Person sei mit einer Geldstrafe belegt worden. Weitere Verfahren seien im Gange.

Der oppositionelle Bund für Serbien (SZS), der Parteien unterschiedlichster Ausrichtung versammelt, hatte am Sonntagnachmittag die Polizei aufgefordert, alle Festgenommenen spätestens bis Montag, 15.00 Uhr, freizulassen. Ansonsten würden neue Proteste folgen. Rebic hat die Oppositionsforderung als „unrealistisch“ bezeichnet.

Die seit Dezember in Belgrad anhaltenden Proteste gegen Präsident Aleksandar Vucic und für die Medienfreiheit haben sich am Samstagabend unerwartet radikalisiert, als eine Gruppe von Oppositionsanhängern in das Gebäude des TV-Senders RTS eingedrungen war. Die Opposition beschuldigt den Sender, die Propaganda der regierenden Serbischen Fortschrittspartei (SNS) von Vucic zu betreiben. Die Opposition komme nicht zu Wort, behaupten Kritiker aus den Reihen der Opposition.

Am Sonntag blockierten Anhänger des Bundes für Serbien mehrere Stunden lang das Präsidentenamt im Stadtzentrum, wo Vucic zu diesem Zeitpunkt eine Pressekonferenz abhielt. Serbiens Staatschef konnte das Gebäude erst Stunden später verlassen, als sich die Protestierenden zu einer Polizeistation begaben, um dort die Freilassung der festgenommenen Demonstranten zu verlangen.

Vucic selbst hat sich am Sonntag auf Instagram wiederholt an die Öffentlichkeit gewandt. Unter anderem war er bei einem Schachspiel mit Innenminister Nebojsa Stefanovic, einem seiner engsten Mitarbeiter, zu sehen. Bei der Pressekonferenz hatte Vucic zuvor die Anführer der Opposition als „Faschisten“ und „Tycoons“ bezeichnet. Er sagte auch, dass er eine „harte Nuss“ wäre. Auch habe er keine Angst, präzisierte Vucic.




Kommentieren