Letztes Update am Mo, 18.03.2019 15:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lebenslange Haftstrafen wegen Ermittlungen gegen Erdogan 2013



Istanbul/Ankara (APA/AFP) - In der Türkei sind 15 Angeklagte wegen ihrer Beteiligung an Korruptionsermittlungen gegen das Umfeld des heutigen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt worden. Ein Gericht in Istanbul befand vier frühere Polizeichefs und elf weitere Angeklagte wegen der Ermittlungen im Dezember 2013 eines „Versuchs zum Sturz der türkischen Regierung“ für schuldig.

Dies meldete die amtliche Nachrichtenagentur Anadolu am Montag. Mehrere weitere Angeklagte erhielten demnach lange Haftstrafen wegen „Mitgliedschaft in einer bewaffneten Terrororganisation“ und „illegalen Abhörens“.

Insgesamt waren 67 Menschen angeklagt, davon sechs in Abwesenheit. Die Staatsanwaltschaft hatte im Dezember 2013 auf der Grundlage von abgehörten Telefongesprächen Korruptionsermittlungen gegen Politiker und Geschäftsleute aus dem Umfeld des damaligen Ministerpräsidenten Erdogan eingeleitet.

Die Ermittlungen brachten Erdogan in ernste Bedrängnis und zwangen drei Minister zum Rücktritt. Nach wenigen Tagen erzwang Erdogan jedoch die Einstellung der Ermittlungen und ließ tausende Staatsanwälte und Polizisten versetzen. Nach Darstellung Erdogans waren die Ermittlungen ein Umsturzversuch der Anhänger des islamischen Predigers Fethullah Gülen, den er auch für den Putschversuch von Juli 2016 verantwortlich macht.




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