Letztes Update am Di, 19.03.2019 11:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bausteine für schlaue Hirne gab es schon bei primitiven Tieren



Wien (APA) - Für die Entwicklung eines schlauen Gehirns hat die Evolution keine neuen Bausteine verwendet, sondern nur Altvorhandenes auf andere Art kombiniert. Das zeigten Wiener Forscher anhand von Tintenfischen. Sie sind mit ihrem komplexen Nervensystem die Genies unter den Weichtieren, haben aber gegenüber anderen Vertretern dieses Stammes keine zusätzlichen Nerven-Eiweißstoffe.

Wie ein Team um Andreas Wanninger vom Department für Integrative Zoologie der Universität Wien im Fachjournal „Scientific Reports“ berichtet, analysierten sie anhand von bereits verfügbaren Daten bei diversen „Mollusken“ (Weichtieren) und anderen Tierstämmen jeweils das Erbgut und wann die verschiedenen Gene abgelesen werden. Dabei stellte sich heraus, dass „etliche Eiweißstoff-Familien nicht nur bei den Weichtieren, sondern im gesamten Stammbaum der Tiere wesentlich weiter verbreitet und somit deutlich früheren Ursprungs sind, als bisher angenommen“, so die Forscher in einer Aussendung. Nicht zusätzliche Bausteine, sondern „noch unverstandene Mechanismen müssen daher bei der Entstehung leistungsfähiger Gehirne eine Rolle spielen“, erklärte Wanninger.

(S E R V I C E - Internet: https://www.nature.com/articles/s41598-019-40949-0)




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