Letztes Update am Di, 19.03.2019 12:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Grauer Star: LKH Graz operiert zu 85 Prozent tagesklinisch



Graz (APA) - Der Graue Star, die im Alter einsetzende Trübung der Linse, ist weitverbreitet. Die Altersveränderung am Auge ist gut behandelbar und der Eingriff risikoarm. Am Grazer LKH-Uniklinikum werden mittlerweile 85 Prozent der sogenannten Katarakt-Operationen tagesklinisch durchgeführt, wie am Dienstag im Pressegespräch in Graz berichtet wurde.

„Der Katarakt ist keine Krankheit, sondern eine Alterserscheinung“, stellte Klinikvorstand Andeas Wedrich klar. Dementsprechend befindet sich der Großteil der Katarakt-Patienten im vorgerückten Alter. Betroffene sehen immer verschwommener, die Sehschärfe nimmt ab, die Umwelt erscheint zunehmend grauer, aber die Empfindlichkeit gegen Blendung nimmt zu. An der Augenklinik wird die getrübte Linse durch eine aus Kunststoff ersetzt und den Patienten damit wieder zu einem klaren Sehen verholfen. Der Eingriff finde bei lokaler Betäubung statt und dauere nicht länger als 15 bis 20 Minuten. Im Vorjahr haben sich knapp 5.100 Betroffene in Graz operieren lassen.

„In der Regel ist der tagesklinische Eingriff möglich“, sagte Wedrich. In diesem Bereich hat es an der Grazer Augenklinik in den vergangenen Jahren eine umwälzende Veränderung gegeben: Nur noch 15 Prozent der Patienten werden stationär aufgenommen. Vor der Eröffnung der Augen-Tagesklinik im März 2013 waren es noch 60 Prozent.

Seither wurden mehr als 22.000 Katarakt-Patienten tagesklinisch operiert. Dieser Tage werde der 22.222. Eingriff stattfinden, wie Wedrich ankündigte. Die Patientin war am Montag gleich mitgekommen. Sie hat sich bereits im vergangenen Herbst das rechte Auge operieren lassen - nun komme das linke dran. „Ich hatte eine panische Angst vor der Augenoperation, es waren aber alle sehr freundlich und zuvorkommend und ich fühlte mich wirklich gut aufgehoben“, schilderte die Pensionistin Anita G. rückblickend. „Unsere Patienten sind durchschnittlich 70 Jahre alt“, verdeutlichte Wedrich. An der Tagesklinik laufe daher seit Beginn ein Bezugspflege-Programm. Dabei habe jeder Patient während seines Aufenthaltes eine Pflegeperson, die ihm mit Rat und Tat zur Seite stehe.

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Ganz schnell geht es ab der Diagnose Grauer Star allerdings noch nicht. Auch wenn sich die Wartezeit in den vergangenen Jahren zum Positiven verändert hat, dauert es je nach Dringlichkeit mindestens vier Wochen und kann sich bis zu sieben Monate erstrecken. „Die Wartezeit hängt vom Grad des Verlustes der Sehschärfe ab, die vom niedergelassenen Augenfacharzt festgestellt wird“, erläuterte der Klinikvorstand. Aus Sicht von Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) sei das tagesklinische Konzept „voll aufgegangen“. In der Steiermark werden neben Graz auch am LKH Hochsteiermark/Bruck Katarakt-Operationen durchgeführt, erläuterte KAGes-Finanzvorstand Ernst Fartek. Insgesamt komme man damit auf mehr als 10.000 Eingriffe jährlich.




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