Letztes Update am Di, 19.03.2019 12:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Tausende Studenten in Algier fordern Bouteflikas Rücktritt



Algier (APA/AFP/dpa) - In Algier haben am Dienstag erneut tausende Studenten gegen Präsident Abdelaziz Bouteflika protestiert. Am Jahrestag des Endes des algerischen Unabhängigkeitskrieges forderten sie erneut einen Rücktritt des umstrittenen Staatschefs. Bouteflika hatte zuvor bekräftigt, dass er auch nach dem Ende seiner Amtszeit weiter Präsident bleiben will.

„19. März 1962: Ende des Algerienkrieges. 19. März 2019: Beginn des Systemwechsels“, stand auf einem Transparent. Von mehreren Universitäten der Hauptstadt waren Teilnehmer zur Demonstration gekommen. Gemeinsam riefen sie „Die Studenten sind wütend und gegen eine Verlängerung“. Auch Professoren, Ärzte und Krankenpfleger gingen gegen Bouteflikas Pläne auf die Straße. Das „korrupte Regime“ versuche auf Kosten des allgemeinen Interesses Zeit zu gewinnen, sagte ein Demonstrant.

Die Amtszeit des Präsidenten endet am 28. April. Nach wochenlangen Protesten hatte er zwar von einer erneuten Kandidatur Abstand genommen. Stattdessen verschob er allerdings die für den 18. April geplante Wahl auf unbestimmte Zeit und will bis dahin weiter im Amt bleiben. Eine „Nationale Konferenz“ soll unterdessen einen Vorschlag für eine neue algerische Verfassung erarbeiten. Trotz wochenlanger Proteste macht der 82-Jährige aber keine Anzeichen, die Macht abzugeben.

Bouteflika ist seit 20 Jahren an der Macht. Seine Gegner halten ihn nicht mehr in der Lage, das größte Flächenland Afrikas zu regieren. Er sitzt seit einem Schlaganfall im Rollstuhl und hat große Probleme beim Sprechen. In der Öffentlichkeit zeigt er sich kaum noch.

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