Letztes Update am Di, 19.03.2019 15:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Athen kritisiert Schulstreik gegen hohe Migrantenzahl auf Samos



Athen/Samos (APA/dpa) - Griechenlands Migrationsminister Dimitris Vitsas hat einen gegen die hohe Zahl an Migranten gerichteten Schulboykott auf der Insel Samos kritisiert. Er rief die Eltern in der gleichnamigen Inselhauptstadt am Dienstag auf, ihre Kinder wieder in die Volksschule zu schicken.

„Pflanzen Sie keinen Hass auf Andere in die zarte Seele der Kinder“, schrieb der Minister in einem offenen Brief. Hinter diesen Aktionen stünden Menschen, die die schwierige Lage auf Samos ausnutzten, um Rassismus zu schüren, erklärte Vitsas.

Der Elternverband der Volksschule hatte am 5. März beschlossen, die Kinder solange nicht mehr zum Unterricht zu schicken, wie nachmittags auch Migrantenkinder in der Schule unterrichtet werden. Zudem machten sie auf die Überfüllung des Registrierlagers auf der Insel aufmerksam und forderten die Abreise der Migranten.

Humanitäre Organisationen warnen seit langem, dass die Situation im völlig überfüllten Lager auf Samos dramatisch sei. Ausgelegt ist das Lager für knapp 650 Menschen, tatsächlich leben dort nach Angaben der Regierung aber fast 4.000 Menschen. Viele Migranten hausen in schwer beheizbaren und feuchten Containern, rund ein Drittel in Zelten - auch außerhalb des eigentlichen Lagers.




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