Letztes Update am Di, 19.03.2019 16:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


SORA führt Wahltagsbefragung für ukrainische Oppositionssender durch



Kiew (APA) - Das österreichische Meinungsforschungsinstitut SORA führt im Auftrag der Kiewer Nachrichtensender „112 Ukrajina“ und „NewsOne“ am 31. März Befragungen durch, die Auskunft über den Sieger des ersten Durchgangs der ukrainischen Präsidentschaftswahlen geben sollen. Beiden Sendern wird eine Nähe zum Oligarchen Viktor Medwedtschuk nachgesagt, der Kontakte zu Russlands Präsident Wladimir Putin pflegt.

Gemeinsam mit ukrainischen Partnern plant SORA in landesweit 500 Wahllokalen 20.000 Wähler zu befragen und die Ergebnisse anschließend in den beiden ukrainischen Nachrichtensendern sowie parallel auch auf der Homepage von SORA zu veröffentlichen.

Laut Angaben der lokalen Partner des österreichischen Meinungsforschungsinstituts soll in der Wahltagsbefragung eine Hälfte der Befragten offen befragt werden, die zweite Hälfte ihr Votum den Meinungsforschern jedoch anonym mitteilen. Begründet wurde dies am Dienstag mit ukrainischen Realien: „Menschen, die ihre Stimme verkauft haben, könnten Angst haben ehrlich zu antworten, wenn sie für jemanden anderen gestimmt haben“, sagte Artem Martschewskyj von „112 Ukrajina“ bei einer Pressekonferenz am Dienstag.

Sowohl „112 Ukrajina“ als auch „NewsOne“ stehen offiziell im Besitz des oppositionellen Parlamentariers Taras Kosak, der seinerseits als Freund und Geschäftspartner des einflussreichen Oligarchen Viktor Medwedtschuk gilt.

„Wir nehmen ausgehend von den Umfragen derzeit an, dass Selenskyj mit einem gewissen Abstand führen wird und dieser Abstand groß genug und außerhalb der statistischen Schwankungsbreite sein wird“, erklärte SORA-Leiter Günther Ogris in Kiew gegenüber der APA. Ogris zeigte sich gleichzeitig aber „etwas unsicher“, ob man diesen Umfragen auch wirklich glauben könne.

Alle veröffentlichten Umfragen sahen zuletzt den Fernsehkabarettisten und politischen Quereinsteiger Wolodymyr Selenskyj in deutlicher Führung. Auf Platz 2 folgten mit deutlichem Abstand entweder Amtsinhaber Petro Poroschenko oder Ex-Premierministerin Julia Timoschenko.

((Alternative Schreibweisen: Wladimir Selenski, Artjom Martschewski))




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