Letztes Update am Mi, 20.03.2019 10:27

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Erste „Gottschalk liest?“-Ausgabe mit holprigem Start



Augsburg (APA/dpa) - Moderator Thomas Gottschalk hat am späten Dienstagabend mit der ersten Episode der Büchersendung „Gottschalk liest?“ im Bayerischen Fernsehen seine neue Karriere als Literaturexperte gestartet. Es war zwar nicht die beste Sendezeit, aber Gottschalk hatte zuvor - wohl unfreiwillig - fleißig die Werbetrommel gerührt, nachdem am Vortag die Trennung von seiner Frau Thea nach 47 Ehejahren bekannt wurde.

Vollprofi Gottschalk (68) ließ sich davon in der bereits Anfang des Monats in Augsburg aufgezeichneten Sendung freilich nichts anmerken. Bunt wie eh und je begrüßte er sein Publikum, ausgebreitete „Wetten, dass..?“-Arme inklusive. Sein buntes Outfit erinnerte an diesem Abend an ein Priestergewand. Passend, hatte er doch in der Werbung für seine neue Sendung geistliche Bezüge gewählt, um sein neues Amt als Literatur-Talker zu beschreiben: „Ich bin auf keinen Fall auf dem Weg zum Literaturpapst. Ich bin und bleibe Literaturkaplan.“

Als plappernder Kaplan begrüßte er seinen ersten Gast auf dem neuen Sofa: Moderatorin und Autorin Sarah Kuttner, die mit „Kurt“ ein Buch über den Tod eines kleinen Kindes geschrieben hat. Um „Verlust, Trauer und das Wesen der Liebe“ geht es darin, wie es in dem Beitrag hieß, der Kuttner und ihr Buch ankündigte. Es gehe um eine klassische Beziehung „nach Regeln, die wir alle kennen und so schon lange kannten“, sagte Gottschalk. „War das die Frage?“ fragte Kuttner irgendwann.

Gottschalks Start in die Welt der Bücher geriet etwas holprig. Kuttner korrigierte ihn, weil er nicht mehr ganz auf dem Zettel hatte, welche Figur nun lesbisch ist. „Flüchtigkeitsfehler“, erklärte Gottschalk das - und nach einem kurzen Exkurs über das unterschätzte Kulturgut Kaffeeobers mit großem Fettgehalt („Es gibt sogar bis 12 Prozent; der Traum!“) leitete Gottschalk über zu Ferdinand von Schirach, den er im Gegensatz zu Kuttner siezte und dem er bescheinigte, lustig zu sein - „auch wenn Sie es nicht sein wollen“.

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„Ich glaub, das ist das größte Kompliment, das ich jemals bekommen habe, dass Gottschalk zu mir sagt: Das ist lustig“, entgegnete der Ex-Anwalt von Schirach. Und: „Sie sind ja so ein Mensch, der eine Begabung zum Glück hat.“ Manche täten sich da schwerer.

Es folgten Gespräche mit der Autorin Vea Kaiser über ihr Buch „Rückwärtswalzer“ und mit Fotograf Daniel Biskup über seinen Bildband „Wendejahre“ - und dann war die knappe Dreiviertelstunde auch schon vorbei.

Es lief nicht alles rund in der ersten Sendung. Hier und da ruckelte der Schnitt, hier und da verliefen Gottschalks Späße im Sande. Aber er hat ja noch Gelegenheit zu üben. Die drei weiteren Episoden folgen aus Franken, der Oberpfalz und Oberbayern. Die zweite Ausstrahlung ist für den 18. Juni geplant. Den Satz des Abends liefert Schriftstellerin Kaiser: „Man muss die richtige Person finden, um sich zu verlieben - und so ist das mit Büchern auch.“




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