Letztes Update am Mi, 20.03.2019 12:21

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Malaria - Bisher keine Infizierung durch Blutkonserve bekannt



Wien (APA) - Noch ist nicht bewiesen, dass eine Blutkonserve in Kärnten mit Malaria-Erregern kontaminiert und dadurch für den Tod einer 86-Jährigen verantwortlich gewesen ist. Würde sich dieser Verdacht bestätigen, wäre es der erste Fall, bei dem in Österreich eine Malaria-Infizierung durch Blutkonserven erfolgt ist, hieß es am Mittwoch vom Österreichischen Roten Kreuz (ÖRK).

Laut Christof Jungbauer, medizinischer Leiter des Blutspendedienstes Wien, Niederösterreich und Burgenland des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK), habe es zwar schon in Nicht-Malaria-Endemiegebieten sporadisch Übertragungen von Malaria durch Blut gegeben. Das sei aber „eine große Seltenheit“.

Eine Testung auf Malaria „ist nicht so einfach wie auf andere Infektionserreger“, sagte der Experte. Ausgelöst wird Malaria durch Plasmodien, das sind einzellige Parasiten. Bei der Verdachtsdiagnose Malaria kann sich der mikroskopische Plasmodien-Nachweis schwierig gestalten und auch die Antigenbestimmung mittels Schnelltest lässt oft keine eindeutige Diagnosestellung zu.

Bei einer Blutspende wird in der Blutspendezentrale die sogenannte Rückstellungsprobe - der zurückbehaltene Rest des Spenderbluts - verwahrt. Bei solchen Verdachtsfällen wird diese dann „an das zuständige und geeignetste Referenzzentrum geschickt“, erläuterte Jungbauer den routinemäßigen Vorgang. „Dieses - also eine unabhängige Stelle - legt dann fest, welche die geeignetste Art und Weise ist, um den Fall zu bestätigen oder zu widerlegen“, sagte der Experte.

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Sollte sich der Malaria-Fall bestätigen, wäre es nicht die erste Infektion durch eine Blutkonserve in Österreich. 2013 wurde bekannt, dass eine Spitalspatientin durch eine Blutkonserve mit dem HI-Virus infiziert worden war. Offenbar hatte sich der Blutspender erst kurz zuvor infiziert. In den ersten Tagen einer Neuinfektion ist das HI-Virus im Blut zwar nicht nachweisbar, eine Übertragung jedoch schon möglich.

Erhalten hat die HIV-infizierte Blutkonserve eine Patientin mit Magenblutung. Die Frau erhielt eine antiretrovirale Kombinationstherapie am Otto-Wagner-Spital in Wien. Sie war nach Bekanntgabe des Falls frei von Symptomen.




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