Letztes Update am Mi, 20.03.2019 16:45

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Malaria - Spenderblut wird nicht auf Malaria getestet



~ --------------------------------------------------------------------- KORREKTUR-HINWEIS In APA209 vom 20.03.2019 muss es im dritten Satz des zweiten Absatzes richtig heißen: „Bei HIV ist es etwa eins zu 4,3 Millionen“ (nicht: 2,5 Millionen). Das ÖRK hat die Angaben korrigiert. --------------------------------------------------------------------- ~ Wien (APA) - Spenderblut wird in Österreich nicht auf Malaria untersucht. Personen, die zuvor in Malaria-Gebieten waren, werden aber von der Blutspende gesperrt. Spender werden immer zu einer Vielzahl an Infektionsrisiken befragt und ihr Blut auf mehr als 15 Parameter getestet.

„Eine Übertragung mit Infektionserregern ist ein ganz, ganz seltenes Ereignis“, sagte Christof Jungbauer, medizinischer Leiter vom Blutspendedienst Wien, Niederösterreich und dem Burgenland des Österreichischen Roten Kreuzes (ÖRK) im Gespräch mit der APA. Das Risiko einer Ansteckung durch eine Bluttransfusion liegt bei eins zu einer bis zehn Millionen. Bei HIV ist es etwa eins zu 4,3 Millionen. „Wir haben ein unglaublich hohes Sicherheitsniveau, es ist aber kein Nullrisiko“, betonte Jungbauer.

Das Blutsicherheitsgesetz schreibt vor, welche Analysen Blutspenden durchlaufen müssen. Die wichtigsten Infektionskrankheiten, wie HIV, werden mittels verschiedener Tests (immunologische und molekularbiologische) untersucht, um das diagnostische Fenster, in der Antikörper bzw. Erreger noch nicht nachgewiesen werden können, möglichst klein zu halten.

Die Blutspender-Verordnung bestimmt, welche Voraussetzungen Spender erfüllen müssen. Jeder durchläuft laut Rotem Kreuz folgende Tests: Spenderfragebogen, Messung von Hämoglobin, Blutdruckmessung, Temperaturmessung, Feststellung von Körpergewicht bzw. Body-Mass-Index. Der Fragebogen ist ein „wichtiger Sicherheitsfaktor“, hier sei das Rote Kreuz „auf die wahrheitsgemäße Beantwortung“ angewiesen, sagte Jungbauer.

Abgefragt wird hier unter anderem, ob der Spender in den vergangenen sechs Monaten im Ausland war. Personen, die in diesem halben Jahr vor der Blutspende in Malaria-Gebieten waren, sind unabhängig davon, ob sie Krankheitssymptome hatten, von der Blutspende gesperrt. Personen, die in einem Malariagebiet geboren oder aufgewachsen sind oder sich mehr als sechs Monate durchgehend dort aufgehalten haben, dürfen prinzipiell nicht spenden. Diese sogenannten Rückstellungen von Spendern nach derartigen Aufenthalten „funktioniert sehr gut“, sagte Jungbauer.

Bei der Bluttestung gibt es zwei große Gruppen. Die erste „in Bezug auf die Verträglichkeit der Transfusion“ und die zweite „bezieht sich auf Infektionssicherheit“, erläuterte Jungabuer. Jedes Spenderblut wird auf folgende Parameter getestet: Bestimmung von Blutgruppe, Rhesus- und Kellfaktor sowie etwaige Antikörper; immunologische Tests (HIV-Antigen und Antikörper, Hepatitis B-Antigen, Hepatitis C-Antikörper, Syphilis-Antikörper, Neopterin-Test) sowie molekularbiologische Tests/ Pool-PCR (HIV, Hepatitis A, Hepatitis B, Hepatitis C, Parvo B19). Die PCR-Routine-Testung auf HIV sowie Hepatitis B und C wurde mit dem Blutsicherheitsgesetz 1999 eingeführt. Saisonal werden Blutspenden außerdem von Juni bis Ende November auf das West-Nil-Virus getestet.




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