Letztes Update am Do, 21.03.2019 09:55

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Elliott will Beherrschungsvertrag zwischen Uniper und Fortum



Düsseldorf (APA/Reuters) - Der aktivistische Investor Elliott macht Druck bei Uniper und will bei dem deutschen Energieversorger einen Beherrschungsvertrag mit dem größten Aktionär Fortum, einem finnischen Versorger, durchsetzen. Daher habe der US-Hedgefonds eine außerordentliche Hauptversammlung beantragt, teilte Elliott am Donnerstag mit. Ziel sei es, „die anhaltende Unsicherheit“ zu beseitigen und Mehrwert zu schaffen.

Sollte Uniper allerdings auf seiner regulären Aktionärsversammlung das Thema auf die Agenda setzen, werde Elliott seinen Antrag zurückziehen.

Fortum erklärte dazu, das Bestreben des US-Hedgefonds zur Kenntnis genommen zu haben, aber nicht Teil des Antrags zu sein. Bei Uniper war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten. Zuletzt hatte Vorstandsmitglied Eckhardt Rümmler aber betont: „Wir sprechen mit dem größten Aktionär auf Augenhöhe.“ Jeder habe allerdings eine andere Vorstellung davon, wie die Beziehung aussehen könnte.

Uniper fürchtet eine Übernahme durch Fortum und pocht bisher auf Eigenständigkeit. Branchenexperten gehen davon aus, dass die Finnen früher oder später angreifen. Bisher ist ihnen die Mehrheit durch eine Regelung in Russland verwehrt. Uniper betreibt dort mehrere Kraftwerke, wozu auch eine als strategisch wichtig betrachtete Anlage zur Trinkwasseraufbereitung gehört. Fortum hält jüngsten Angaben zufolge knapp 50 Prozent an Uniper, Elliott 16,51 Prozent.

Unter ihrem inzwischen wegen Krankheit zurückgetretenen Vorstandschef Klaus Schäfer hatte sich die ehemalige E.ON-Kraftwerkstochter vehement gegen die Übernahme durch die Finnen gewehrt. Neuer starker Mann bei Uniper ist Aufsichtsratschef Bernhard Reutersberg, der zuletzt angekündigt hatte, die künftige Zusammenarbeit zwischen beiden Versorgern neu gestalten zu wollen. „Es wird Zeit, entschlossen die nächsten Schritte anzugehen und sich aufeinander zu zu bewegen.“

Uniper mit seinen rund 12.000 Mitarbeitern, davon etwa 5.000 hierzulande, ist einer der größten Versorger Deutschlands und betreibt zahlreiche Gas-, Kohle- und Wasserkraftwerke. E.ON spaltet 2016 die Kraftwerkstochter ab und legt 53 Prozent der Anteile den eigenen Aktionären ins Depot. Bei der Erstnotiz von Uniper im September 2016 ist die Aktie 10,15 Euro wert. Der Kurs legte aber rasch zu. Am Donnerstag kletterten die Papiere um 0,8 Prozent auf 26,85 Euro.

~ ISIN DE000UNSE018 WEB https://www.uniper.energy ~ APA110 2019-03-21/09:53




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