Letztes Update am Do, 21.03.2019 11:16

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lehrerdienstrecht: Unterrichtspraktikanten wollen weiter wählen



Wien (APA) - Unterrichtspraktikanten wollen weiter zwischen dem alten und dem neuen Lehrerdienstrecht wählen können. Dazu haben sie eine Petition gestartet. Derzeit gibt es ein Optionsrecht, ab dem Schuljahr 2019/20 müssen alle neu eintretenden Lehrer verpflichtend ins neue Dienstrecht.

Das Unterrichtspraktikum an den AHS und BMHS ist in der „alten“ Lehrerausbildung das verpflichtende Praxisjahr nach dem Studium und gilt noch als Ausbildung. In der neuen Lehrerausbildung wird sie durch die sogenannte Induktionsphase ersetzt.

Die Wahlmöglichkeit zwischen den beiden Dienstrechten haben nur jene Personen, die spätestens im Schuljahr 2018/19 erstmals angestellt wurden. Aktuellen Unterrichtspraktikanten steht daher diese Option nur offen, wenn sie neben diesem Ausbildungsverhältnis noch zusätzliche Stunden an einer Schule unterrichten. De facto sei das aber etwa in Wien durch ein Schreiben der Bildungsdirektion verunmöglicht worden: Demnach dürfen an Unterrichtspraktikanten keine zusätzlichen Dienstverträge vergeben werden.

Die aktuellen Unterrichtspraktikanten werden daher frühestens im Herbst neu angestellt und müssen damit ins neue Dienstrecht. Dort haben sie in der Regel eine höhere Unterrichtsverpflichtung und verdienen zwar am Anfang ihrer Laufbahn mehr, später aber weniger als im alten Dienstrecht. Die konkreten Auswirkungen unterscheiden sich dabei je nach den unterrichteten Fächern. Die Unterrichtspraktikanten verweisen auf Berechnungen der Gewerkschaft, wonach sie über das gesamte Arbeitsleben gesehen im neuen Dienstrecht bis zu einer halben Million Euro weniger verdienen würden als im alten. In den vergangenen Jahren haben daher im AHS- und BMHS-Bereich nur wenige Lehrer ins neue Dienstrecht optiert. Im Pflichtschulbereich haben umgekehrt dagegen die meisten das neue Dienstrecht gewählt.




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